06:52 24 Juli 2016
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US-Hypothekenkrise reißt russische Banken ins Finanzierungsloch - "Kommersant"

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MOSKAU, 14. September (RIA Novosti). Die russischen Banken haben die in den USA im Februar ausgebrochene Krise auf dem Hypothekenmarkt in ganzer Härte zu spüren bekommen. Ihre Finanzierungsmöglichkeiten im Ausland haben sich wesentlich verringert und liegen im September bereits bei Null. Die Antwort auf die Hauptfrage, wie der Liquiditätsmangel wettgemacht werden kann, ist vorerst nicht gefunden. Wie die Tageszeitung "Kommersant" am Freitag schreibt, würde das Wachstumstempo der Aktiva des Bankensystems mindestens auf die Hälfte schrumpfen, sollte keine Lösung gefunden werden.

Wie Natalja Orlowa, Analystin der Alfa-Bank, feststellt, gibt es bei den erschrockenen Investoren keine Nachfrage nach Bankpapieren mehr. Die russischen Banken haben den Zugang zu den westlichen Wertpapiermärkten eingebüßt, die im Laufe von mehreren Jahren als der Hauptkanal für die Finanzierung gebraucht wurden. Relativ billige westliche Kredite mit einer langen Laufzeit waren eine der Quellen des Wachstums des russischen Banksystems.

Expertenprognosen sind meist pessimistisch. "Da sich zu der Hypothekenkrise nun eine politische Instabilität im Zusammenhang mit dem Regierungsrücktritt gesellt hat, werden die westlichen Investoren die russischen Bankpapieren selbst mit 20-prozentigen Renditen nicht kaufen", prognostiziert Anatoli Maksakow, Vizevorstandschef der Absolut Bank.

Der Vizechef der russischen Zentralbank, Gennadi Melikjan, hatte bereits im August die russischen Banken vor einer übermäßigen Affinität zu ausländischen Anleihen gewarnt. Nach seiner Schätzung sollte der Anteil der Auslandsanleihen höchstens 20 Prozent der Passiva ausmachen. Er forderte die Bankiers auf, "gemeinsam Quellen für Anleihen im Inland zu suchen".

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