00:29 31 August 2016
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Russland, Ukraine und EU einigen sich auf neue Gasgespräche

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Russisch-ukrainischer Gasstreit (230)
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Russland, die Ukraine und die Europäischen Union haben sich auf eine Wiederaufnahme der dreiseitigen Gasverhandlungen verständigt. Dies teilte der russische Energieminister Alexander Nowak am Dienstag, nach Gesprächen in Minsk mit.

Russland, die Ukraine und die Europäische Union haben sich auf eine Wiederaufnahme der dreiseitigen Gasverhandlungen verständigt. Dies teilte der russische Energieminister Alexander Nowak am Dienstag, nach Gesprächen in Minsk mit.

Der genaue Termin solle während des Moskau-Besuchs von EU-Energiekommissar Günther Oettinger am 29. August vereinbart werden, so der russische Minister.

Die dreiseitigen Verhandlungen über die Sicherheit der Gaslieferungen waren Mitte Juni abgebrochen worden, nachdem die finanziell angeschlagene Ukraine sich geweigert hatte, ihre Schulden in Höhe von 5,3 Milliarden US-Dollar für bereits geliefertes Erdgas zu bezahlen. Den von Moskau angebotenen Rabatt von 100 US-Dollar je 1000 Kubikmeter lehnte Kiew ab und forderte eine bedeutendere Preissenkung. Seitdem pumpt der russische Konzern Gazprom nur das für Europa bestimmte Erdgas in die ukrainischen Transitpipelines. Vor dem Lieferstopp hat es die Ukraine laut Regierungschef Arsenij Jazenjuk geschafft, 14 Milliarden Kubikmeter russisches Erdgas in eigene Untergrundspeicher zu pumpen. Die Reserve dürfte bis Dezember reichen.

Am 8. August drohte der ukrainische Regierungschef Arsenij Jazenjuk, im Rahmen ukrainischer "Sanktionen" gegen Moskau den Transit von russischem Gas in die EU komplett zu stoppen. Kurz danach stimmte das ukrainische Parlament einem Gas-Transitverbot zu.

Russland und Ukraine im Gasstreit\: Was passiert, wenn der Hahn zugedreht wird?

Durch ukrainische Leitungen strömen rund 50 Prozent des Erdgases, das die EU von Russland kauft. Um die Abhängigkeit von dem instabilen Transitland zu verringern, hat der russische Staatskonzern Gazprom gemeinsam mit westeuropäischen Partnern die Ostsee-Pipeline Nord Stream direkt nach Deutschland gebaut und plant mit South Stream eine Direktleitung nach Südeuropa. Das South-Stream-Projekt ist in den vergangenen Monaten auf Widerstand der USA und der EU-Kommssion gestoßen.

 

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