19:58 29 August 2016
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Gazprom steigert Gaslieferungen durch Ostseepipeline nach Europa

Gazprom steigert Gaslieferungen durch Ostseepipeline nach Europa

© Sputnik/ Maxim Blinov
Wirtschaft
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Vor dem Hintergrund der Krise in der Ukraine hat Russland in diesem Jahr seine direkten Gaslieferungen nach Europa durch die Ostsee-Pipeline um die Hälfte gesteigert.

Vor dem Hintergrund der Krise in der Ukraine hat Russland in diesem Jahr seine direkten Gaslieferungen nach Europa durch die Ostsee-Pipeline um die Hälfte gesteigert.

Seit Jahresbeginn seien mehr als 30 Milliarden Kubikmeter durch die Ostsee-Pipeline geliefert worden, teilte der russische Energiekonzern Gazprom am Freitag mit. Im Vorjahreszeitraum seien es 20 Milliarden Kubikmeter gewesen. Gazprom-Chef Alexej Miller traf sich in Berlin mit dem Vorstandsvorsitzenden der E.ON SE, Johannes Teyssen. Bei dem Treffen sei die Bedeutung der Ostsee-Pipeline bei der Diversifizierung der Gaslieferrouten und bei der Erhöhung der Sicherheit der Lieferungen betont worden, hieß es aus Gazprom.

Die Ostsee-Pipeline führt von der russischen Portowaja-Bucht nahe Wyborg bis nach Greifswald an der deutschen Ostseeküste. Die 1224 Kilometer lange Leitung ging im November 2011 in Betrieb und hat derzeit zwei Stränge mit einer Gesamtkapazität von 50 Milliarden Kubikmeter pro Jahr. Die Zielmärkte sind neben Deutschland auch Großbritannien, die Niederlande, Frankreich und Dänemark.

Die Ostsee-Pipeline Nord Stream wurde gebaut, um die Abhängigkeit vom instabilen Transitland Ukraine zu verringern. Gemeinsam mit seinen westeuropäischen Partnern wollte Gazprom eine zweite Direktleitung nach Südeuropa bauen. Die Pipeline South Stream hätte 2018 die Vollleistung erreichen sollen. Doch das South-Stream-Projekt stieß bei den USA und der EU-Kommission auf Widerstand. Nach Druck aus Brüssel setzte Bulgarien im Juni die Vorarbeiten aus.

In dieser Woche kündigte der russische Präsident Wladimir Putin an, dass Russland den Bau der South-Stream-Pipeline wegen des Widerstandes der EU stoppe. Stattdessen sollen eine neue Pipeline in die Türkei sowie ein Gashub an der Grenze der Türkei und zu Griechenland für die Versorgung Südeuropas gebaut werden.

 

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