15:10 25 August 2016
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Billiges Öl: US-Firmen stehen kurz vor Bankrott

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Rettungsanker in der Ölkrise (75)
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Wegen der niedrigen Ölpreise haben nordamerikanische Öl- und Gaskonzerne wöchentliche Verluste in Höhe von bis zu zwei Milliarden Dollar zu verzeichnen, berichtet The Wall Street Journal unter Berufung auf Analytiker.

Nach Einschätzung des Instituts Wolf Research könnten Mitte 2017 über ein Drittel der amerikanischen Öl- und Gasproduzenten vom Markt verschwinden oder gar Bankrott gehen. 

So haben nach Angaben der Anwaltskanzlei Haynes & Boone bereits mehr als 30 Kleinunternehmen, die im Ölgeschäft zusammen mehr als 13 Milliarden erwirtschafteten, ihre Insolvenz erklärt. 

Viele Firmen seien trotz der übersättigten Märkte nicht bereit, ihre Ölproduktion zu reduzieren.

Den Energieunternehmen, die wegen des Öl-Booms hohe Kredite aufgenommen hatten, bleibe nichts anderes übrig, als auch weiter Öl für ihre Zinszahlungen zu fördern.
Dies allerdings verschärfe die Krise noch mehr. Unternehmen wie Sandridge Energy Inc., Energy XXI Ltd. und Halcón Resources Corp. hätten im dritten Quartal 2015 mehr als 40 Prozent ihres Umsatzes allein zur Tilgung der Zinsen eingebüßt. 

Je länger sich das Überangebot auf dem Ölmarkt halte, werde der Ölpreis weiter fallen. Und immer mehr Unternehmen würden ins Wanken geraten, betont das Blatt.
Nach Meinung der Experten könnten einige Unternehmen diese Krise überstehen, falls sich die Ölpreise auf einem Stand von 50 Dollar pro Barrel stabilisieren können.

Nach Angaben der Zeitung prognostizieren die drei größten Investitionsbanken Morgan Stanley, Goldman Sachs Group Inc. und Citigroup Inc. jedoch einen weiteren Abfall der Ölpreise in kurzer Zeit bis auf einen Tiefpunkt von 20 Dollar. Morgan Stanley habe sogar einen Bericht veröffentlicht, der die gegenwärtige Situation als „die schlechteste für Ölpreise und Produzenten seit 1986“ bezeichnet. 

Insgesamt würden die nordamerikanischen Öl- und Gaskonzerne wöchentlich bis zu zwei Milliarden Dollar verlieren, schreibt The Wall Street Journal unter Berufung auf die Consulting-Firma AlixPartners.

„Viele werden große Probleme bekommen“, zitiert das Journal Kim Brady, Restrukturierungsberater und Partner der Beratungsfirma Solic Capital.

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Ölkonzern, Ölpreis, Öl, Citigroup Inc, Goldman Sachs Group Inc, Halcón Resources Corp, Energy XXI Ltd, Sandridge Energy Inc, USA
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  • SH BabyAntwort anMikky (Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
    mikky,
    Du behauptest also, dass die niedrigen Ölpreise keinen Schaden Russland zufügen!
    Wie würdest du dich selber bezeichnen?
    Als Träumer?
  • Ullrich Heinrich
    So konsolidiert sich der Markt.
  • Mikky Antwort anSH Baby(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
    SH Baby, les noch mal nach.Das hab ich nicht behauptet.Natürlich sind niedrige Ölpreise schädlich für Russland.
    Unser Trolle freuen sich jedoch immer ganz gern über jeden Ölpreisverfall,ohne zu berücksichtigen,dass Russland nicht der Einzige Ölexporeur ist.Und erklären braucht man das den Trollen nicht.Sie verstehens einfach nicht...
  • jurgensteinmann
    Nicht nur Russland hat Probleme mit dem Ölpreis.Das ist gut so.
  • Mikky
    ist übrigends nicht das einzigste Prob,was die Amis aktuell haben.Der staatlich legalisierte Bilanzbetrug wird sich jetzt bald auswirken.

    "Ein gigantischer Fracking-Betrug droht die Wall Street einzureißen"

    info.kopp-verlag.de/hintergruende/wirtschaft-und-finanzen/markus-gaertner/ein-gigantischer-fracking-
  • kitzlerattrappeAntwort anUllrich Heinrich(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
    Ullrich Heinrich, Monopolisierung?
  • Udo
    Diese niedrigen Ölpreise sind sicher nicht gut für Russland, wie auch für andere Staaten nicht. Wobei so manch andere Staaten ja quasy nur vom Öl leben. Der Verbraucher freut sich natürlich, aber ewig kann und wird das ja wohl auch nicht weitergehen.
    Demnächst krieg ich noch Geld raus, wenn ich tanke. Schön wär`s.
  • Das Problem bei dem Spiel mit Marktmanipulationen ist, zu wissen wer die Katze ist und wer die Maus. Schöne Grüße nach USA aus dem hiesigen Boomerang Club.
  • Schön das der >Turbokapitalismus sich selber zerstört. Die Chinesen sitzen da, und lachen über die Amerikaner, die produzieren müssen um ihre Kredite bedienen zu können. Sie hängen sich an dem Strick auf, den sie sich selber geflochten haben. Wenn es nicht so traurig für die vielen hungernden und arbeitslosen Menschen in den USA wäre, könnte ich lachen ohne Ende, obwohl wir als nächste dran sind.
  • Das eigentlich Ungesunde an der Sache ist der Umstand, dass weltweit der Peak Oil, den
    --- Jörg Martin Schimmelpfennig ---
    auf der Facebook-Seite schon angesprochen hat, weltweit überschritten ist, d.h. die Fördermengen werden zurückgehen. Eventuell weniger in Russland, da dort noch Ölfelder mit guter Reserve vorhanden sind, gerade im Norden (was die Gier der USA auf diese Gebiete erklärt). Ansonsten jedoch läßt der Druck nach, es muss vermehrt Wasser nachgepumpt werden um das Zeug überhaupt noch herauf zu kriegen, die USA sind schon massiv auf die Erdbeben-Methode (Fracking) und Ölsand/-schiefer eingestiegen, was über Jahrzehnte als sinnlos weil unrentabel gegolten hat. Das bedeutet, dass etliche Ölfelder bereits erschöpft sind. Und ausgerechnet jetzt, wo man mit dem was noch da ist noch gutes Geld erlösen könnte, ist der Ölpreis auf dem Boden aufgeschlagen.
    Heißt, dass der Verdienst aus dem Öl unnatürlich, unproportional sinken wird. Ohnehin immer weniger da und das muss noch billiger verkauft werden - das funktioniert nicht lange und in den USA merken sie es ja schon. Die kleineren Förderbetriebe gehen reihenweise pleite, siehe oben.
    Es KÖNNTE sein, dass auf lange Sicht die Russen die Gewinner sind im Ölgeschäft, aber dafür sollten sie vorsichtig zu Werke gehen. Noch müssen sie aus finanziellen Gründen maximal fördern, sie sollten aber zusehen, das in Bälde zu ändern. Es ist nicht das einzige was sie zu verkaufen haben.
  • Hey Ihr Heulsusen
    Ich glaube das es allen schaden wird , wer auch immer dafür verantwortlich spielt ein gefährliches Spiel , denn der Schuß kann nach hinten losgehen ! Weder ich oder ihr wisst was gespielt wird und was das wirkliche Ziel ist , dafür fehlt uns allen die Info . Mal sehen wer als erstes auf die Schnauze fällt . Die Spieler sind offensichtlich USA vs Russland .
  • maro-web2006
    Am besten wäre wir machen uns komplett unabhängig von dem Zeug und lassen es im Boden. Dann braucht man nicht noch die letzten unberührten Flecken der Welt versauen.
  • moessingenAntwort anSH Baby(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
    SH Baby,
    es ist ja noch viel schlimmer für die USA! Der gesmte Olschiefer- und Frackingmarkt bricht unter diesem niedrigen Ölpreis zusammen. Mehrere Billonen Derivatspekulationen gehen mit in die Luft, wenn die genannten Unternehmen insolvent werden. Das ist der finanzielle Supergau! Nichts dergleichen haben die BRICS-Staaten zu befürchten. Ihr Finanzsystem ist vergleichsweise gesund. Sie können diesen Sturm überleben, Uncel Sam aber kaum.
  • moessingenAntwort an (Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
    Ambuya,
    oh je! Der Peak ist ausgemachter Schwindel. Wieviel Öl gefördert wird, ist nur abhängig von der Erschließung neuer längst entdeckter Ölfelder. Mutter Erde produziert das Zeugs unter den entsprechenden geologischen Bedingungen (Druck und Temperatur) ständig nach.
  • Antwort anSH Baby(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
    SH Baby, """"17:48 12.01.2016 | -6
    mikky,
    Du behauptest also, dass die niedrigen Ölpreise keinen Schaden Russland zufügen!
    Wie würdest du dich selber bezeichnen?
    Als Träumer?""""""

    Als was würdest du dich bezeichnen??
    Als Germanistin???
  • Antwort anmoessingen(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
    moessingen, da Fracking Öl müsste 75 Dollar pro Fass bringen, bei einem Preis von 25 Dollar zahlen die also 50 Dollar drauf. Der wirklich lachende ist China, die würden gerne alles zum kleinen Preis aufkaufen, wissen aber nicht mehr wo sie es lagern sollen. Die USA jedenfalls, wird in jedem Falle der große Verlierer sein.
  • Oh Mann
    Was ist hier denn los? Mir ist der PROFIT der Ölmultis scheissegal.
    Einwand TROLL: Zu kurz gedacht, wenn überhaupt gedacht...
    Mir latte. Ich find es sogar klasse. Ich möchte nämlich nicht den ganzen Monat für die anfallenden Energiekosten Arbeiten.
    Ich weiss es, ist auch nicht der ganze...
    Wenn die es nicht zu dem Preis machen könnten, wären die Firmen längst Insolvent.
    Bleibt für diese also auch noch was über. Nur Platzen die Taschen dann nicht mehr, so wie die letzten Jahre.
    Wenn die es nicht für 30 Dollaros machen können, nicht für 25, nicht für 20, was passiert dann?
    Dann würden die Reserven angegriffen werden, denn dafür sind sie da. Aber stattdessen wird nach wie vor, noch mehr aus der Erde geholt, und das muss ja auch irgendwohin. Gelagert werden. Aber wo? Wenn alle Lagerstätten voll sind, und sogar die alten und neuen Tanker schon als Lager benutzt werden. Peak oil ist unfug, denn diese Aktionen heute wären dann nicht möglich.
    Die Politik wird wohl von Oilern gemacht, daher weht der Wind.
  • Franky
    tja Putin...der Ölpreis fällt und fällt.....wat nu?
  • maro-web2006Antwort an(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
    moessinger,
    schon klar USA verliert dabei und Russland profitiert. Geht es andersherum dann gewinnt Russland und die USA hat den Schaden. Das ist doch auch bei den Sanktionen so. Der größte Gewinner ist Russland und wenn sie wieder abgeschafft werden hat Russland am meisten davon.
    Das ist hier aber immer so und der das dann auch noch glaubt tut mir leid.
  • KonstantinAntwort anmaro-web2006(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
    maro-web2006, was du wollen??
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