14:09 26 Juli 2016
Radio
Ölgewinnung in Venezuela

Ölkrise: Venezuela, Kolumbien und Ecuador verkaufen ihr Erdöl unter Selbstkostenpreis

© AP Photo/ Fernando Llano
Wirtschaft
Zum Kurzlink
Rettungsanker in der Ölkrise (75)
1053221449

Der katastrophale Einbruch der Ölweltpreise hat Venezuela, Kolumbien und Ecuador zur Notwendigkeit geführt, ihr Erdöl unter dem Selbstkostenpreis seiner Förderung zu verkaufen, meldet die Agentur Reuters unter Berufung auf Quellen in den Erdölgesellschaften dieser Länder.

Das Öl der Marke DCO aus Venezuela wird zu 15 US-Dollar je Barrel verkauft, und ein Barrel der kolumbianischen Marke Vasconia kostet knapp 21 Dollar. Ecuador verkaufe sein Öl ebenfalls unter dem Selbstkostenpreis, so Präsident Rafael Correa.

Venezuela gehört zur Top 10 der größten Exporteure und deckt etwa 3,7 Prozent des Marktes, Kolumbien – 1,8 Prozent, Ecuador – weniger als ein Prozent. Zuvor hatte Mexiko, das 2,5 Prozent des Weltexports deckt, den Einbruch seiner Ölpreise unter den Selbstkostenpreis mitgeteilt. Allerdings erläuterte später der Chef der mexikanischen staatlichen Erdölgesellschaft Pemex, es handele sich um Selbstkosten bei neuen Förderstätten, aber insgesamt sei das mexikanische Öl trotz der eingebrochenen Preise rentabel.

Die jüngsten Angaben der staatlichen Erdölgesellschaft Venezuelas PDVSA zeugen davon, dass die Produktionskosten je Barrel 18 Dollar betragen. In Kolumbien schwankten sie von 20 bis 22 Dollar im dritten Quartal 2015. „In der vergangenen Woche befanden wir uns genau im Gleichgewicht, aber jetzt liegen wir (mit dem Preis  je Barrel) bereits unter dieser Linie“, so eine Quelle in der größten privaten Erdölgesellschaft Kolumbiens Pacific Exploration and Production.

Seit Sommeranfang 2014 sind die Ölpreise fast um ein Vierfaches abgestürzt – von 115 bis auf unter 30 Dollar je Barrel. Dieser starke Rückgang ist mit dem hohen Förderniveau bei nachlassender Nachfrage, darunter wegen der Situation in China, zu erklären.

Themen:
Rettungsanker in der Ölkrise (75)
Zum Thema:
Treffen Putin-Maduro in Peking: Stabilisierung von Ölpreisen im Mittelpunkt
Ölpreisverfall: Venezuela wendet sich an die USA
Gefahr für Ölpreis durch Irans Comeback: Experten klären auf
Sberbank-Chef Gref: Das Öl-Zeitalter ist vorbei
Tags:
Öl, Energieversorger PdVSA, Kolumbien, Ecuador, Venezuela
GemeinschaftsstandardsDiskussion
via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

Alle Kommentare

  • La deutsche Vita
    Das ist in Russland auch nicht anders!
  • Auch Maduro denkt schließlich zuerst an sein eigenen Land und seinen Vorteil. Wenn Venezuela ein Mitglied der BRICS-Staaten wäre, würde die Sache vielleicht anders aussehen, aber das ist ja leider nicht der Fall.
    Nur ist ein derartiges Vorgehen Venezuelas dazu angetan, den Ölpreis noch weiter zu destabilisieren, was im Interesse der USA liegt.
  • Michael KurzAntwort an (Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
    hihardt, bitte erklären Sie mir, was im Falle einer BRICS-Mitgliedschaft für Venezuela anders wäre. Ich kann auch Ihrem letzten Abschnitt nicht nachvollziehen. Das "Vorgehen" , also der Verkauf unter SK, wird aufgezwungen und in keinster Weise von Venezuela gesteuert. Mit einem Marktanteil kann man sicherlich keinen grossen Einfluss auf die Marktentwicklung wahrnehmen.
  • Tribute.Archipow
    wie dämlich muss man sein, Öl unter den Selbstkostenpreis zu verkaufen????????? Nich genug, dass man Verluste macht, man verschenkt seine endlichen Ressourcen und drückt damit zusätzlich den Welt-Ölpreis.
    Das ist noch dämlicher als Harz4 zu beziehen und trotzdem vollzeit zu arbeiten.
  • info
    So ist das wenn man in der Dollar-Hegomonie verbleibt, dann muss man Tributleistungen Erbringen, ganz so wie Die Herren"menschen" Dynastien, der City of London und Wall Street sie Benötigen und Anordnen. Sofort raus aus der Dollar-Sklaverei !!!
  • wwwbuerger
    Ein Land wie Venezuela sollte zuerst in der Lage sein ihre eigene Bevölkerung mit Nahrung und eigenen Treibstoffen (Benzin,Diesel, Strom) versorgen. Dann ist alles Andere ziemlich egal, was da draußen passiert!!
  • hvatzigenAntwort anLa deutsche Vita (Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
    La deutsche Vita,
    Sicher wirkt das auch in Russland,das heisst Importe müssen
    zurückgefahren werden. Logo durch die Sanktionen auch
    entsprechend erzwungen.
    Nur eben, Russland hat auch erhebliche Teile aus früheren Einnahmen aus dem Energieverkauf in die Modernisierung seiner Produktionskapazitäten
    investiert. Inustrieproduktion,Vorschung, Entwicklung,Landwirtschaft und zu guter letzt auch in den Aufbau einer eigenständigen Rüstungsproduktion. Eine Gesamtstrategie die,die übrigen Energieförderer nur sehr bedingt gefahren haben. Die haben die Einnahmen einfach ohne die Schaffung von Mehrwert verpulvert. ZB. die Saudis für ein flottes Leben
    und alles Notwendige einfach eingekauft, anstat Produktiv in die eigene Wirtschaft zu investiert.
    Sicher ist auch in Russland nicht alles das gelbe vom Ei, grundsätzlich haben die den richtigen vernüftig pragmatischen Weg gefahren, auch die verlieren,jedoch unter dem Strich deutlich weniger als die Anderen die auf Gedeih und Verderb nur aus den Energieeinnahmen leben müssen. Mittelfristig werden die zu den ,,Gewinnern,, die am wenigsten verlieren und nicht die ,die am meisten zulegen können. Die Grenzen des Brutto- Globalwachstums sind längst massiv überschritten, volgerichtig werden die am baesten dastehen die am wenigsten verlieren.
    Tja mal abwarten ob und inwieweit Russland die Kurfe, wenn auch mit zik-zak Kurs durchfahren kann. So Deppen wie die Saudis und Co werden mit sehr grosser Wahrscheinlichkeit aus der Kurfe fliegen.
neue Kommentare anzeigen (0)
Top-Themen