10:38 28 August 2016
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Deutschland droht Strom-Blackout zu Weihnachten

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In einigen europäischen Ländern könnte es in der Weihnachtszeit zu Stromengpässen kommen, schreibt die Zeitung „RBC Daily“ am Montag.

In einigen europäischen Ländern könnte es in der Weihnachtszeit zu Stromengpässen kommen, schreibt die Zeitung „RBC Daily“ am Montag.

Das geht aus einem Bericht des Verbandes Europäischer Übertragungsnetzbetreiber (Entso-E) hervor. Am meisten seien die vom Energieimport abhängigen Länder wie Kroatien, Finnland, Lettland, Polen, Schweden und Ungarn gefährdet. Besonders angespannt sei aber die Situation in Deutschland, warnt die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“.

Die Experten sind um den Zustand der deutschen Stromnetze besorgt, die kaum noch eine stabile Stromversorgung sichern können. Das Problem ist, dass es im Norden einen Stromüberschuss gibt, während es im Süden an Kraftwerken und dementsprechend an Energie mangelt. Das führt zu großen Spannungsschwankungen in den Netzwerken, weshalb die Betreiber zusätzliche Kapazitäten einsetzen müssen und die Strompreise an der Börse fallen. Im vorigen Jahr sei die Situation trotz des für den Dezember ungewöhnlich warmen Wetters kritisch gewesen, erinnert die FAZ.

Ein weiterer Risikofaktor ist die Kombination aus längeren Kaltperioden, Windstille und dem Brennstoffdefizit in den Gaskraftwerken. Im Februar 2012 stand Deutschland kurz davor, die Gaskraftwerke abschalten zu müssen. Unter Berücksichtigung der negativen Erfahrungen aus dem Vorjahr wurden zwar die Gaslieferverträge erneuert, dennoch befürchten Experten einen Gasmangel. Es könnte „grundsätzlich zu einer Krise der Gasversorgung und zu einer Reduzierung der Stromangebots kommen“, so die Experten des Verbandes der Netzbetreiber.

„Beide Szenarien können Realität werden, aber wir haben das bei unseren Vorkehrungen für die Winterreserve berücksichtigt“, sagte eine Sprecherin des Versorgers Tennet. Ihr zufolge wurden nach Absprache mit der Bundesnetzagentur die Reservekapazitäten der Versorger innerhalb wie außerhalb des Landes auf 4,5 Gigawatt aufgestockt.

Laut dem Bericht wurden die Kapazitäten zur Verwendung der Sonnenenergie um 5,1 auf 36,3 Gigawatt und der Windenergie um 3,7 auf 34,3 Gigawatt erhöht. Theoretisch könnte das für die Deckung der Stromnachfrage in Deutschland reichen. Laut dem Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) wurde am 7. Dezember 2012 eine Belastungsspitze von 81,2 Gigawatt gemessen.

 

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