05:41 27 Juli 2016
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Wegen US-Gesetzentwurf: Russland versetzt Raketen in Bereitschaft

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Der US-Senat erörtert derzeit das Gesetz Nr. 2277 „Über die Vorbeugung einer Aggression seitens Russlands im Jahr 2014“, schreibt die Zeitung "Nesawissimaja Gaseta" am Donnerstag.

Der US-Senat erörtert derzeit das Gesetz Nr. 2277 „Über die Vorbeugung einer Aggression seitens Russlands im Jahr 2014“, schreibt die Zeitung "Nesawissimaja Gaseta" am Donnerstag.

Als eine Art Antwort darauf lässt sich Moskaus jüngste Entscheidung betrachten, seine strategischen Raketentruppen in höchste Einsatzbereitschaft zu versetzen. Es geht um insgesamt zehn Regimenter, die unter anderem mit mobilen Raketenkomplexen Topol, Topol-M und Jars gerüstet sind.

Laut dem US-Gesetz Nr. 2277 soll der US-Präsident  „spätestens 30 Tage nach dem Inkrafttreten des Gesetzes den zuständigen Kongressausschüssen entsprechende Pläne vorlegen, darunter die Kalkulation der damit verbundenen Kosten.“

Dies sei vor allem für die Intensivierung des Aufbaus der europäischen Raketenabwehr nötig, damit sie spätestens Ende 2016 entstehe, heißt auf der Website des Kongresses. Außerdem spiele das eine wichtige Rolle für den weiteren Ausbau der Möglichkeiten der Nato zur Verteidigung Europas vor den „immer größeren Raketengefahren“.

In letzter Zeit hatten Kiew, Washington und die Nato Russland häufig vorgeworfen, die Lage in der Ukraine zu destabilisieren. Angesichts dessen ist die Wahrscheinlichkeit, dass das Gesetz Nr. 2277 verabschiedet wird, enorm hoch. Darauf müsste Moskau allerdings reagieren.

Deshalb seien die zehn Regimenter der strategischen Raketentruppen in den Militärbezirken Mitte und West in erhöhte Einsatzbereitschaft versetzt worden, teilte der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Oberst Igor Jegorow, mit. „Zum ersten Mal in diesem Jahr“ werde die Bereitschaft 32 Tage „unter an Kriegsbedingungen maximal angepassten Bedingungen“ dauern.

Auffällig ist, dass dabei ausgerechnet Jars-Komplexe (RS-24) mit Interkontinentalraketen eingesetzt werden. 2011 hatte das Verteidigungsministerium auf den weiteren Kauf von Topol-M-Komplexen verzichtet und sich für RS-24 mit Mehrfachsprengköpfen entschieden. Anfang dieses Jahres verfügten die Streitkräfte bereits über 33 mobile Jars-Komplexe mit jeweils vier Sprengköpfen. Am 14. April fand auf dem Weltraumbahnhof Plessezk ein Teststart von in einem Werk in Wotkinsk (Teilrepublik Udmurtien) hergestellten Raketen statt, der laut offiziellen Quellen erfolgreich verlief. Derzeit werden mehr als 100 Offiziere, Fähnriche und Vertragssoldaten in einem Übungszentrum im Gebiet Archangelsk für die Bedienung der neuen Raketen umgeschult.

Andere Regimenter wurden offenbar bereits umgeschult und befassen sich derzeit mit vielen Übungen. Es handelt sich um insgesamt nahezu 30 Raketenabteilungen und mehr als 25 Schutzabteilungen.

Bis Ende dieses Jahres sind insgesamt mehr als 40 Stabs- und nahezu 20 Kommando-Stabstrainings, ungefähr zehn Kommando-Stabsübungen sowie nahezu 50 taktische Übungen geplant. Im Sommer werden die Raketentruppen an mehr als zehn Trainings und Übungen teilnehmen.

Zudem sind bis Ende 2014 zwölf Starts von ballistischen Interkontinentalraketen verschiedener Typen geplant.

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