15:21 27 August 2016
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BRICS-Staaten (Vereinigung von Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika)

BRICS-Länder wollen eigene Bank

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BRICS-Gipfel in Brasilien (8)
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Beim BRICS-Gipfel in Brasilien soll die Gründung einer Entwicklungsbank angekündigt werden, schreibt die Zeitung „Moskowski Komsomolez“ am Montag.

Beim BRICS-Gipfel in Brasilien soll die Gründung einer Entwicklungsbank angekündigt werden, schreibt die Zeitung „Moskowski Komsomolez“ am Montag.

Die BRICS-Treffen am 15. und 16. Juli in Fortaleza und Brasilia bilden den Höhepunkt der Lateinamerika-Reise von Präsident Wladimir Putin. Einige bezeichnen die BRICS als Ersatzbank der Weltwirtschaft, andere sind davon überzeugt, dass diese Schwellenländer die westlichen Industrieländer überholen werden. Nicht zufällig soll bei diesem Gipfel die Gründung einer eigenen Bank mit einem Stammkapital von 50 Milliarden Dollar angekündigt werden.

Die BRICS-Staaten sind zu einem wichtigen Faktor in der Weltwirtschaft geworden. Nach dem Stand von 2013 zählen die BRICS-Länder insgesamt drei Milliarden Menschen. Das gesamte Bruttoinlandsprodukt (BIP) liegt bei mehr als 16 Billionen Dollar.

Was verbindet diese Länder außer ihrer Wirtschaftsgröße und ihrem schnellen Wachstum? Es handelt sich vor allem um das Streben, die sich nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs entstandene Weltordnung zu ändern, wo der Westen mit den USA an der Spitze eine überaus große Rolle spielt. Deswegen wollen die BRICS-Staaten eigene Finanzinstitutionen bilden, die als Alternative zum Internationalen Währungsfonds (IWF), der Weltbank sowie der Internationalen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung bezeichnet werden können.

Es liegt auf der Hand, dass Putin in Lateinamerika Verbündete gegen Amerika sucht. In dieser Region gibt es viele linke Regierungen, die den USA Widerstand leisten wollen. Zudem wird sich Putin mit den bekannten „Kämpfern gegen Imperialismus“ in Lateinamerika treffen — den Präsidenten Venezuelas und Boliviens, Nicolas Maduro und Evo Morales.

Russland will Argentinien als sechsten BRICS-Staat ins Boot holen. Es steht noch nicht fest, ob der Beitritt Argentiniens von den anderen BRICS-Ländern gebilligt wird, doch diese Frage soll noch besprochen werden. Russland schätzt Argentinien, nachdem Präsidentin Cristina Kirchner die Krim-Angliederung unterstützt hatte.

Was die Entwicklungsbank und die Währungsreserven der BRICS-Staaten betrifft, so sollen zehn Milliarden Dollar im Laufe von sieben Jahren und 40 Milliarden Dollar bei Bedarf in die Bank fließen. Russlands Anteil liegt bei zwei Milliarden Dollar.

„Sollten die Kredite nicht in US-Dollar bereitgestellt werden, könnte diese Bank den Verfall des US-Dollars als Reservewährung beschleunigen“, so der US-Journalist Mark Adomanis, jedoch erst in ferner Zukunft. Die BRICS-Staaten würden auf dieselben Schwierigkeiten wie die Europäische Zentralbank stoßen. Deswegen könnte die BRICS-Bank bei einem optimistischen Szenario erst in zehn bis 20 Jahren eine reale Alternative werden, so der Experte.

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