13:53 25 Juli 2016
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Asien-Flüge: Moskau erwägt Überflugverbot für europäische Airlines

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Sanktionen gegen Russland (847)
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Als Reaktion auf die EU-Sanktionen gegen die Moskauer Billigfluglinie Dobroljot, die am Montag ihren Betrieb vorübergehend einstellen musste, könnte Russland transsibirische Flüge aus Europa nach Asien verbieten, schreibt die Zeitung „Wedomosti“ am Dienstag.

Als Reaktion auf die EU-Sanktionen gegen die Moskauer Billigfluglinie Dobroljot, die am Montag ihren Betrieb vorübergehend einstellen musste, könnte Russland transsibirische Flüge aus Europa nach Asien verbieten, schreibt die Zeitung „Wedomosti“ am Dienstag.

Nach Angaben eines hochgestellten Beamten erwägen die russischen Behörden ein Verbot für Transitflüge der europäischen Fluggesellschaften nach Asien. Bereits kurz nach den ersten EU-Sanktionen begannen die Gespräche über mögliche Einschränkungen bei den Transitflügen der europäischen Fluglinien. Nachdem die Fluggesellschaft Dobroljot ihren Betrieb einstellen musste und die Ukraine Strafen gegen russischen Fluggesellschaften für ihre Flüge auf die Krim (rund 8,6 Millionen Dollar) verhängte, sei eine Antwort erforderlich, so die Quelle.

Der Beschluss soll von der russischen Regierung getroffen werden. Derzeit gebe es entsprechende Beratungen im Verkehrsministerium und Außenministerium, so die Quelle. Beide Ministerien nahmen keine Stellung zu der Situation. Wie die hochgestellte Quelle betonte, ist eine endgültige Entscheidung noch nicht getroffen.

Für die Flüge nach Asien nutzen die europäischen Fluggesellschaften die kürzeste Route über Sibirien. Zu Beginn der 1970-er Jahre baten die ausländischen Fluglinien die Sowjetunion, den Korridor zu öffnen, so der Leiter der Luftfahrtbehörde Rosaviazija Alexander Neradjko. Damit konnte die Route um 4000 Kilometer verkürzt und bis zu 30.000 US-Dollar bei jedem Flug eingespart werden. Der Begünstigte war damals das einzige Flugunternehmen in der Sowjetunion: Aeroflot. Das hat sich bis heute nicht geändert. Aeroflot soll von den ausländischen Fluggesellschaften jährlich bis zu 300 Millionen Dollar als Entgelt für die Transitflüge bekommen.

Lufthansa, British Airways und Air France seien über mögliche Verluste beunruhigt, die sich auf mehr als eine Milliarde Euro im Laufe von drei Monaten belaufen können, so die Quelle.

„Es handelt sich um gute Einnahmen“, so der Sprecher des russischen Präsidenten, Dmitri Peskow. „Man muss alle Pros und Contras abwägen, um nicht den Amerikanern und Europäern zu ähneln und sich selbst mit dem Hammer auf den Kopf zu schlagen“.

Für die ausländischen Fluggesellschaften würde das Überflugverbot eine bis 1,5 Stunden mehr Flugzeit bedeuten, so Oleg Pantelejew von der Agentur Aviaport. Die Kerosin- und Personalkosten würden steigen. Die asiatischen Fluglinien würden in dem Fall einen deutlichen Wettbewerbsvorteil erhalten.

 

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