08:40 26 August 2016
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Bei weiteren Sanktionen: Moskau erwägt Importverbot für Autos

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Die russische Regierung hat eine Liste mit zusätzlichen Sanktionen gegen die USA und die EU konzipiert. Die Sanktionen würden aber nur als Reaktion auf weitere Strafmaßnahmen gegen Russland verhängt werden, schreibt die Zeitung „Wedomosti“ am Montag.

Die russische Regierung hat eine Liste mit zusätzlichen Sanktionen gegen die USA und die EU konzipiert. Die Sanktionen würden aber nur als Reaktion auf weitere Strafmaßnahmen gegen Russland verhängt werden, schreibt die Zeitung „Wedomosti“ am Montag.

Russland könnte noch weiter gehen als das Einfuhrverbot für westliche Lebensmittel. Erwogen werde ein Importverbot für Industrieerzeugnisse, heißt es in russischen Regierungskreisen. Entsprechende Vorschläge legte die Regierung Präsident Wladimir Putin vor.

Wenige Tage nach der Verhängung sektoraler Sanktionen gegen Russland habe die Regierung Staatschef Putin mögliche Gegenmaßnahmen vorgeschlagen, so eine Quelle. Doch Putin habe sich auf das Lebensmittel-Embargo beschränkt. „Weitere Sanktionen kommen erst dann in Frage, wenn die EU und die USA die Sanktionen gegen Russland verschärfen“, sagte ein Beamter. Ein anderer Beamter behauptete indessen, dass Putin bislang keine Liste mit weiteren Sanktionen angefordert habe.

Die russischen Sanktionen seien eine erzwungene Maßnahme gewesen, so Putins Sprecher Dmitri Peskow. Falls die EU und der USA neue Maßnahmen beschließen, würde auch Russland die Ausweitung weiterer Gegenmaßnahmen erwägen, so Putins Sprecher.

Am vergangenen Donnerstag warnte Regierungschef Dmitri Medwedew, dass Russland weitere Sanktionen verhängen könnte. Europäischen und US-Fluglinien könnte der Überflug nach Asien verboten werden. Diskutiert werden auch Protektionsmaßnahmen im Flugzeugbau, Schiffsbau, Autobau u.a. Doch das würde jedenfalls nach Überlegungen gemacht, um sich selbst nicht zu schaden, so Medwedew.

Ein völliges bzw. fast völliges Importverbot für Autos aus Ländern, die sich Russland gegenüber unfreundlich verhalten, werde ebenfalls erwogen, so ein Beamter.

Nach Angaben der analytischen Firma ASM-Holding wurden in der ersten Jahreshälfte 27 Prozent der PKWs importiert, bei den LKWs waren es 46 Prozent, bei den Bussen 13 Prozent. Das Importverbot für Fahrzeuge aus Europa, den USA und einigen anderen Ländern würde zur Umverteilung des Marktes führen. Autohersteller mit Produktionsstätten in Russland würden davon profitieren, so der Automarktexperte Sergej Udalow.

 

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