22:10 25 August 2016
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Russland bereitet sich auf Friedenseinsatz vor

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Russische Friedenstruppen könnten demnächst bei einer umfassenden Blauhelm-Mission außerhalb des Landes eingesetzt werden, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Montag.

Russische Friedenstruppen könnten demnächst bei einer umfassenden Blauhelm-Mission außerhalb des Landes eingesetzt werden, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Montag.

Bis zu drei russische „Blauhelm“-Verbände könnten in ein Konfliktgebiet geschickt werden, wo sie nicht  nur „humanitäre, sondern auch militärische Aufgaben“ lösen müssten. Diese Schlüsse folgen aus den Ergebnissen der jüngsten Manöver „Unverbrüchliche Brüderschaft 2014“ in Kirgisien und „Zusammenwirken 2014“ in Kasachstan, an denen Soldaten der in Samara stationierten 15. Selbstständigen Friedensbrigade und der in Uljanowsk stationierten 31. Selbstständigen Luftlande-Sturmbrigade der Kollektiven Schnellen Eingreiftruppen der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (OVKS) teilgenommen haben.

In Kirgisien übten russische Friedenssoldaten humanitäre Hilfe für die Zivilbevölkerung in einem militärischen Konflikt. Zudem wurden die Befreiung von Geiseln und die Abwehr von Extremistenangriffen trainiert. Russische Fallschirmjäger mussten bei der Übung in Kasachstan ähnliche Aufgaben lösen. Bei den Übungen wurden die Friedenstruppen samt Waffen über große Entfernungen per Bahn und Flugzeug verlegt.

Wie der stellvertretende Kommandeur der Landungstruppen bei den Friedensoperationen, Generalmajor Alexander Wjasnikow, am Freitag betonte, ist ein Blauhelm-Verband mit mehr als 5000 Soldaten gebildet worden. Neben der 31. Luftlande-Sturmbrigade seien bereits fünf weitere Friedensbataillone gebildet worden, so Wjasnikow. Somit verfügt Russland über das weltweit größte Kontingent an Friedenstruppen, wenn man noch die Soldaten der 15. Friedensbrigade der Landstreitkräfte und die Friedensbataillone, die es in jeder Brigade der Marineinfanterie gibt, hinzuzählt.

Die Verbände bestehen fast komplett aus Vertragssoldaten. Bis auf den Friedenseinsatz in Transnistrien waren sie bislang an keiner UN-Mission beteiligt.

Doch wozu braucht Russland solch umfassende Manöver und so viele Friedenssoldaten? Welche Aufgaben sollen sie lösen? Laut Verteidigungsminister Sergej Schoigu müssen die russischen Friedenskräfte ständig einsatzbereit sein.

Dem Kommandeur der Landungstruppen, Wladimir Schamanow, zufolge sollen seine Truppen ihre Präsenz außerhalb des Landes erweitern. Um welche Orte und Zahl es sich handelt, ist bislang nicht bekannt. Wie Schamanow bereits früher mitgeteilt hatte, könnten Landungseinheiten in den russischen Militärstützpunkten außerhalb des Landes stationiert werden.

Das russische Verteidigungsministerium gab keine Stellungnahme zu den Berichten der ukrainischen und westlichen Medien ab, dass sich Russland auf einen Friedenseinsatz in Noworossija vorbereitet. Mit Spannung wird deshalb das Treffen des russischen Präsidenten Wladimir Putin mit seinem ukrainischen Kollegen Petro Poroschenko am Dienstag in Minsk erwartet.

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