16:28 28 Juli 2016
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Trotz Unzufriedenheit vertrauen die Russen Putin

Umfrage: Trotz Unzufriedenheit vertrauen die Russen Putin

© Sputnik/ Alexei Nikolsky
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Laut der September-Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Lewada-Zentrum sind 62 Prozent der Russen der Ansicht, dass sich die Dinge im Lande in die richtige Richtung entwickeln, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Freitag.

Laut der September-Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Lewada-Zentrum sind 62 Prozent der Russen der Ansicht, dass sich die Dinge im Lande in die richtige Richtung entwickeln, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Freitag.

Laut 22 Prozent der Befragten bewegen sie sich in die falsche Richtung. Weitere 16 Prozent gaben keine Antwort.

86 Prozent der Befragten schätzten die Arbeit von Wladimir Putin als Präsident positiv ein. Wie mehrere Umfragen von Lewada-Zentrum zeigen, war dieser Anteil immer höher als der Anteil derjenigen, die mit der Situation im Land zufrieden sind.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist das Vertrauen gegenüber der Regierung. Derzeit entspricht es etwa dem Anteil derjenigen, die mit der Situation im Lande zufrieden sind (66 Prozent vertrauen der Regierung). Seit 2001 liegen diese Zahlen entweder etwa gleichauf oder die Umfragewerte der Regierung waren niedriger als die Zufriedenheit der Russen. Als Ausnahme galt die Zeit von 2008 bis 2012, als die Regierung von Wladimir Putin geführt wurde. Damals war der Anteil derjenigen, die mit der Arbeit der Regierung zufrieden waren, um bis zu zehn Prozent höher als der Anteil der Russen, die mit ihrem Leben zufrieden waren. 

Dass Umfragewerte der Regierung gleichzeitig mit der gesellschaftlichen Meinung schwanken, wobei die Umfragewerte des Präsidenten stabil hoch bleiben, ist für Parlamentsrepubliken typisch. In diesem Fall sind die Vollmachten des Präsidenten begrenzt, die Verantwortung für die Wirtschaft, die Innen- und Außenpolitik liegt beim Regierungschef.

Doch Russland gehört nicht zu diesen Staaten. Der russische Präsident ist mit den meisten Vollmachten ausgestattet und ist das Oberhaupt der Exekutive. Die Vollmachten der Regierung sind in Russland sehr begrenzt. Sie folgt dem Kurs des Präsidenten.

Die in Russland errichtete Machtvertikale bündelt die wichtigsten Vollmachten und Beschlüsse in den Händen des Staatschefs und verteilt die Verantwortung. Damit erklären sich die ständig hohen Umfragewerte des Präsidenten. Zudem ist der Präsident berechtigt, die Regierung zu entlassen.

Der Umfrage von Lewada-Zentrum zufolge ist Russland ein Land, das mit starker Hand regiert werden muss. Ein großer Teil der unzufriedenen Russen glauben dennoch an Wladimir Putin, egal ob er Premier oder Präsident ist.

Im politischen System Russlands gibt es keine nennenswerten Alternativen in der Machtelite. Doch die Tatsache, dass die Umfragewerte des Staatsoberhauptes immer höher als die Zufriedenheit sind, bedeutet, dass die Russen nicht an Alternativen an der Machtspitze interessiert sind.

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