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Sonneborn: „Wenn Erdogan mit 3 Millionen Flüchtlingen droht, drohen wir mit 3 Millionen Türken.“

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Die Partei „Die Partei“ hat eine Spendenaktion für die Kurden in Nordsyrien gestartet. Dort sind auch Zivilisten von der türkischen Militäroffensive betroffen. Auch CDU, SPD, AfD, Grüne und andere Parteien werden sich daran beteiligen – gegen ihren Willen. Die Partei von Martin Sonneborn nutzt dafür die „lustige deutsche Parteienfinanzierung“.

„Wir sehen, dass der Irre vom Bosporus offensichtlich von einem größeren türkischen Reich träumt und jetzt anfängt Zivilisten zu bekriegen“, erklärt der EU-Abgeordnete und Parteivorsitzende Martin Sonneborn („Die Partei“). „Das ist eigentlich eher unschön. Wir versuchen zu helfen, als Partei, wir haben da eine Parteispendenaktion gestartet.“

So wurden am vergangenen Sonntag bei einem Luftangriff auf einen Konvoi mit Zivilisten und ausländischen Journalisten mindestens zehn Menschen getötet. Mittlerweile zählt die Syrische Beobachtungstelle für Menschenrechte mindestens 71 zivile Todesopfer seit Beginn der Offensive vergangenen Mittwoch.

​Für jeden Euro, der an „Die Partei“ gespendet wird, unterstützen auch die anderen Parteien im deutschen Bundestag aufgrund des Parteienfinanzierungssystems den Kurdischen Halbmond. Die Partei rechnet im typischen Duktus vor:

„Die CDU den Kurdischen Roten Halbmond mit 30 Cent, die SPD ebenfalls, die Grünen spendieren 10 Cent, die FDP 8 Cent, Seehofers irre regionale Splitterpartei und Die Linke je 7 Cent, und auch die verfickte AfD gibt ihren Senf dazu: 5 Cent.“

„Die Partei“ nutzt die Ansprüche, die sie gegenüber der „unseriösen“ Parteienfinanzierung hat, nicht aus. Deshalb führt jeder zusätzliche Euro, den die Partei im Rechenschaftsbericht 2019 an Spendeneinnahmen ausweist, im Jahr 2021 zu einer Ausschüttung von rund 96 Cent an Sonneborns Partei. Da die Parteienfinanzierung gedeckelt ist, werden demzufolge 96 Cent weniger an die anderen Parteien ausgeschüttet. Die Aktion wird auf 100.000 Euro begrenzt: „Sonst ist die Partei vorübergehend pleite“. Mehr Informationen zur Spendenaktion gibt es auf der Homepage der Partei „Die Partei“.

Vor dem Hintergrund der Kritik aus der Europäischen Union sagte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan:

„Hey, Europäische Union. Reißt Euch zusammen. Seht, ich sage es noch einmal: Wenn ihr versucht, unsere aktuelle Operation als Besatzung zu bezeichnen, dann haben wir leichtes Spiel. Dann öffnen wir die Türen und schicken euch 3,6 Millionen Flüchtlinge.“

Darauf entgegnet der Satiriker Martin Sonneborn, Abgeordneter im EU-Parlament, im Sputnik-Interview:

„Wenn Erdogan noch einmal droht, dass er uns drei Millionen Flüchtlinge schickt, dann drohe ich zurück, dass wird ihm drei Millionen Türken zurückschicken – aus Kreuzberg. Aber das würde ich natürlich nicht öffentlich sagen, weil das sofort einen Shitstorm auslösen würde“.

Das komplette Interview mit Martin Sonneborn zum Nachhören: