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    Terrorgruppierung Islamischer Staat (498)
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    „Islamischer Staat" ist nicht nur eine berüchtigte Terrorgruppe, sondern auch der attraktivste Arbeitgeber für Dschihadisten aus den westlichen Industrieländern.

    „Islamischer Staat" ist nicht nur eine berüchtigte Terrorgruppe, sondern auch der attraktivste Arbeitgeber für Dschihadisten aus den westlichen Industrieländern.

    Es gibt keine genauen Angaben darüber, wie viele IS-Kämpfer aus dem Westen sich dem Krieg gegen die Ungläubigen im Irak und Syrien angeschlossen haben. Laut unterschiedlichen Quellen soll es sich um 3000 IS-Kämpfer handeln. Andere Terrororganisationen können von solchen Zahlen nur träumen.

    Wie keine andere Terrororganisation hat es IS geschafft, sich als Markenzeichen zu positionieren und erfolgreich PR zu betreiben.

    Die Propaganda-Maschinerie des „Islamischen Staates" ist das al-Hayat Media-Center (nicht zu verwechseln mit der Tageszeitung al-Hayat mit Hauptsitz in London). Es nutzt das ganze Potential des Internets und will die Aufmerksamkeit des Westens auf sich ziehen.

    „Al Hayat hat festangestellte Mitarbeiter, die ihre Texte in Bezug auf die Menschen im Westen und spezielle Zielgruppen im Internet testen. Die Texte sind dafür bestimmt, mit den religiösen Gefühlen der Muslime zu spielen. Doch sie sind hauptsächlich an frisch konvertierte Muslime gerichtet", heißt es in einer Studie über die IS-Bedrohungen.

    Das IS-Medienzentrum veröffentlicht ebenfalls farbenfrohe Berichte im PDF-Format, in denen es nicht nur um den triumphalen Eroberungszug der Gotteskrieger, sondern auch um ihren Alltag geht, beispielsweise um den Verbraucherschutz in den von IS kontrollierten Gebieten.

    Die Autoren der Videos wollen von ihrem Publikum gesehen werden und versehen alle Dialoge auf Arabisch mit englischen Untertiteln. Sie richten sich an die Unzufriedenen in der westlichen Gesellschaft. Die Terror-Videos des IS haben an Qualität gewonnen. Sie reichen von simplen Aufnahmen mit nur einer Kamera bis zu aufwändig editierten Videos im HD-Format mit Slowmotion-Effekt und Grafiken.

    Screenshot aus einem IS-Propaganda-Video
    © Foto : Al-Ḥayat Media Center
    Screenshot aus einem IS-Propaganda-Video

    „Meine Brüder, die ihr im Westen wohnt, ich weiß, wie ihr euch fühlt, weil ich dort selbst gewohnt habe. Ihr seid bedrückt in eurer Seele. Ein Heilmittel ist der Dschihad. Ihr habt dieses Gefühl, als ob es nichts gibt, worauf ihr stolz sein könnt. Meine Brüder, schließt euch dem Dschihad an und fühlt euch stolz wie wir, fühlt euch glücklich wie wir", so IS-Kämpfer in einem Werbevideo.

    Frankreich weigerte sich als erstes europäisches Land, die Bezeichnung „Islamischer Staat" zu nennen, weil dieser bei der Anwerbung von Gotteskriegern eine gewisse Legitimität vortäusche. Im Unterschied zu Al-Qaida oder Taliban klingt „Islamischer Staat" rechtmäßig. Die Extremisten hatten die Bezeichnung „Islamischer Staat im Irak und der Levante" gekürzt und im Juni ein Kalifat in den besetzten Gebieten ausgerufen.

    „Das ist eine Terrorgruppe und kein Staat. Ich empfehle, den Begriff Islamischer Staat nicht zu verwenden, weil sich dadurch die Grenzen zwischen Islam, Muslimen und Islamisten verwischen", sagte der französische Außenminister Laurent Fabius im September.

    Fabius bat die Journalisten darum, IS als „Daish Messerhelde" zu bezeichnen, wobei auf die in den Medien im Nahen Osten verwendete Abkürzung „Daish" verwiesen wird — sie besteht aus den ersten Buchstaben der arabischen Bezeichnung des Islamischen Staates (ad-Dawlah al-Islāmīyah fīl-ʻIraq wa ash-Shām), die in Dschihad-feindlichen Quellen verwendet wird.

    Die Behörden in Frankreich haben massive Probleme mit den radikalen Islamisten. Laut einer Umfrage von ICM Research im Auftrag der Nachrichtenagentur Rossiya Segodnya sympathisieren rund 25 Prozent der jungen Franzosen mit IS.

    Diese Zahlen sind viel höher als in Deutschland oder Großbritannien. Doch selbst ein geringer Anteil der positiven Stimmungen würde ausreichen, um neue IS-Kämpfer anzuwerben und eine langfristige Eskalation in Syrien und im Irak zu fördern.

     

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