15:12 24 Juni 2019
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     Terrorgruppe „Islamischer Staat“

    Dschihad GmbH: das Wirtschaftswunder IS

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    ISIL ist zur reichsten Terrorgruppe der Welt aufgestiegen. Ihr Budget wird auf rund 1,5 Milliarden US-Dollar geschätzt, was beinahe dem BIP von Belize und Nepal entspricht. Doch der finanzielle Erfolg des selbsternannten Kalifats wäre ohne äußere Hilfen unmöglich gewesen.

    Nach vorliegenden Angaben verdient die Terrororganisation täglich rund eine Million US-Dollar allein mit dem Ölverkauf von den erbeuteten Vorkommen in Syrien und im Irak. Zudem hat die Terrorgruppe weitere Einnahmequellen.

    „Dank ihrer Finanzstrategie nimmt ISIL jeden Monat mehrere Millionen US-Dollar ein. Dazu gehören der Verkauf des gestohlenen Öls, Lösegelder durch Kidnapping, Plünderungen und Erpressungen in den von ihnen kontrollierten Gebieten sowie in geringerem Umfang Hilfe durch Geldgeber außerhalb Syriens und des Iraks", sagte der stellvertretende US-Finanzminister David Cohen, der für die Bereiche Terrorismus und Finanzaufklärung zuständig ist.

    Cohen hatte Ende Oktober bei einer Pressekonferenz über die Strategie zur Vernichtung der IS als Finanzmacht gesprochen. Die USA kündigten Sanktionen gegen Abnehmer des gestohlenen Öls und gegen die Geldgeber der militanten Islamisten an.

    Obwohl die Käufer des gestohlenen Öls und die Geldgeber schnell festgestellt werden können, lassen sich die USA Zeit mit den Strafmaßnahmen.

    „Die Türken… die Saudis, Emirate u.a. Was machen sie? Sie waren so entschlossen in ihrer Absicht, Assad zu stürzen und einen für sie angenehmen Krieg durch sunnitische und schiitische Marionetten zu entfachen. Was haben sie gemacht? Sie unterstützen die Assad-Gegner mit Hunderten Millionen Dollar und Tausenden Tonnen Waffen. Sie versorgten Al-Nusra, Al-Qaida und Extremisten aus anderen Teilen der Welt", so US-Vizepräsident Joe Biden.

    Biden sorgte im Oktober mit seiner Rede an der Harvard University für einen diplomatischen Skandal. Später entschuldigte er sich für seine Worte. Doch Bidens Äußerungen sind eine Bestätigung dessen, was seit Jahren bereits bekannt ist.

    Es sei wichtig, zu prüfen, wer die Gruppe finanziert, „und das Schlüsselwort ist Katar", sagte der deutsche Entwicklungsminister Gerd Müller Ende August.

    Müller sagte nicht, warum gerade Katar, Mitglied der Anti-IS-Koalition, im Verdacht steht, die ISIL-Terroristen finanziell und militärisch zu unterstützen.

    „Laut den USA haben sie keine Beweise für die Finanzierung der ISIL-Terrorgruppe durch die Behörden Katars. Dennoch sind sie der Ansicht, dass einzelne Personen in Katar ähnliche Gruppen finanzieren. Ihnen zufolge unternimmt dieser Golfstaat nicht genug, um das zu stoppen", so die Nahost-Expertin Lori Plotkin Boghardt vom Washington Institute. „Doch das grundlegende Problem besteht darin, dass der Anti-Terror-Kampf der USA manchmal den politischen Interessen Katars widerspricht".

    ISIL generiert seine Einnahmen aus dem Ölhandel. Die Extremisten verkaufen das Öl weit unter dem Marktpreis. Der größte Teil davon soll ins benachbarte Nato-Mitglied, die Türkei, fließen.

    „ISIL verkauft Öl mit großen Rabatten an verschiedene Zwischenhändler, darunter in die Türkei, die es anschließend zum Weiterverkauf brachten. Zudem stellte sich heraus, das ein Teil des Öls aus den von ISIL kontrollierten Gebieten an die Kurden im Irak und danach in die Türkei weiterverkauft wird", so die Expertin.

    Die 510 Meilen lange türkisch-syrische Grenze hat sich im Laufe mehrerer Jahrzehnte zur Einnahmequelle für viele Einwohner in beiden Ländern entwickelt.

    Die Armut in den Grenzgebieten und die bestechlichen Grenzsoldaten machten den Schmuggel und den Ölverkauf zum einträglichsten Geschäft in dieser Region.

    Ankara weist den Vorwurf, dass illegaler Handel an der Grenze betrieben wird, zurück. Nach eigenen Angaben wird die Grenze überwacht und Schmuggel-Fälle werden untersucht. Dennoch gibt es Informationen, dass das Schmuggelgeschäft sich entwickelt und Gewinne für alle beteiligten Seiten abwirft.

    Trotz der Existenz der von den USA angeführten Anti-IS-Koalition sind einige ihrer Mitglieder weiterhin mit dem selbsternannten Kalifat wirtschaftlich und politisch verbunden. Solange diese Zusammenarbeit Gewinne beschert, kann der Kampf gegen IS mehrere Jahre dauern.

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    Tags:
    Terrormiliz Daesh