13:43 05 Dezember 2020
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    Beilegung der Ukraine-Krise (337)
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    Der US-Großinvestor Milliardär George Soros hat in einem Interview für die Zeitung Financial Times die Ukraine-Krise als Hauptbedrohung für die Existenz der Europäischen Union bezeichnet.

    Europäische Spitzenpolitiker betrachten die Ukraine als „ein weiteres Land“, das Finanzhilfe brauche, während sie für die Wirtschaft und das Überleben der EU sogar eine größere Bedrohung darstelle, als die politische Krise in Griechenland, sagte Soros. Nach Ansicht von Soros müssen die europäischen Politiker nicht nur Sanktionen gegen Moskau verhängen, sondern auch Kiew finanziell unterstützen.

    Die Strafmaßnahmen der westlichen Länder gegenüber Russland haben neben dem Ölpreissturz einen viel größeren Einfluss auf das Land ausgeübt, als bisher angenommen, so Soros. Er schließt eine künftige Zahlungsunfähigkeit Russlands ebenfalls nicht aus.

    „Die Sanktionen gegen Russland erhöhen den Druck in Richtung Deflation und Rezession, der bereits vorhanden war, aber jetzt Realität geworden ist. Die Insolvenz kann zu einem großen Schlag gegen die in Russland präsenten Banken werden“, sagte Soros gegenüber der Zeitung.

    Die Verschlechterung der Wirtschaftslage werde die aggressive nationalistische Rhetorik Moskaus verstärken. Folglich werde es für Brüssel eine noch größere Bedrohung darstellen. Gleichzeitig sollten die Sanktionen gegen Russland nicht aufgehoben werden, weil sie „das notwendige Böse“ seien.

    Zuvor hatte Soros den Internationalen Währungsfonds dazu aufgerufen, zusätzliche Hilfsgelder in Höhe von 20 Milliarden US-Dollar für Kiew unverzüglich bereitzustellen. Er begründete das damit, dass die europäischen Länder de-facto an einem Krieg mit Russland teilnehmen.

    Am 7. Januar stimmte Deutschland Kreditgarantien für die Ukraine in Höhe von 500 Millionen US-Dollar zu. Zuvor hatte der IWF von weiteren 15 Milliarden US-Dollar gesprochen, um einer Insolvenz im Land vorzubeugen.

    Die Soros-Stiftung besteht in der Ukraine seit 1990. Von 1988 bis 2003 wirkte ein Institut „Offene Gesellschaft“  der Stiftung in Russland, das „den Übergangsprozess von der geschlossenen zur offenen Gesellschaft beschleunigen“ sollte.

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    George Soros, Ukraine, Russland