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23:43 17 August 2019
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    Bürgermeister von Kiew Vitali Klitschko

    Geplanter Klitschko-Besuch löst Diskussionen in Osnabrück aus

    © Sputnik / Maxim Blinow
    Аusland
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    Vitali Klitschko soll sich nicht ins Goldene Buch der Stadt Osnabrück eintragen. Das fordert die SPD und begründet dies mit der Zusammenarbeit Klitschkos mit der faschistischen Swoboda-Partei in der Ukraine.

    In einem Sputnik-Interview sagt Frank Henning, SPD-Landtagsabgeordneter für Osnabrück: „Wir haben eine klare Haltung hier in Osnabrück: Mit Faschisten paktiert man nicht, und die Rolle der Swoboda-Partei ist klar!“

    Ex-Box-Weltmeister und jetzt Kiews Bürgermeister Klitschko soll Ende März zu dem Format der jährlichen Osnabrücker Friedensgespräche eingeladen werden, in deren Rahmen eine Diskussionsrunde zum russisch-ukrainischen Verhältnis stattfinden wird. Nun führt der Klitschko-Besuch zu einem Streit im Vorfeld der Gespräche.

    „Dass die CDU den Eintrag in das Goldene Buch der Stadt Osnabrück befürwortet, das liegt ja an einem anerkannten Mainstream. Wir als SPD bekommen viel Kritik, weil wir Klitschko als Politiker kritisieren. Und die CDU kritisiert ihn eben nicht“, sagt Henning.

    Man müsse einfach sehen, wo die amerikanischen Interessen wären und wo möglicherweise auch Faschisten in der Ukraine am Werk seien, um ihr eigenes Süppchen zu kochen.

    Площадь Независимости в Киеве
    © Sputnik / Alexei Filippov
    „Wir Deutschen müssten ja eigentlich dankbar sein, dass Deutschland mit der Zustimmung Russlands wiedervereinigt wurde. Damals haben sowohl der amerikanische Präsident als auch Helmut Kohl Russland zugesagt, dass es keine NATO-Osterweiterung geben wird. Heute stellen wir fest, dass die NATO-Truppen der russischen Grenze deutlich näher gerückt sind, als es jemals vereinbart war. Die Amerikaner machen Manöver im Bereich des Baltikums, also an der russischen Grenze“, betont der SPD-Politiker.

    Auf die Frage, welche Interessen eigentlich Deutschland hat, sagt Henning: „Wenn man Frieden in Europa will, muss man natürlich mit den Amerikanern zusammenarbeiten. Man muss aber auch Kritik üben dürfen und schauen, wo sie einseitig ihre Machtinteressen durchsetzen wollen. Ich sehe jedenfalls den Ukraine-Konflikt als hochdramatisch an, weil wir da möglicherweise kurz vor einem Krieg stehen. Ein solcher Krieg wird sich immer in Europa abspielen und nicht in den USA. Und von daher habe ich Probleme mit der CDU-Position, die völlig unkritisch den Amerikanern gegenüber steht."

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    Tags:
    NATO, SPD, CDU/CSU, Swoboda-Partei, Frank Henning, Vitali Klitschko, Osnabrück, Deutschland, Ukraine