14:03 20 Januar 2020
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    Migrationsproblem in Europa (1282)
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    Deutschland hat Ankara aufgefordert, mit der Erpressung aufzuhören, den Flüchtlingsdeal platzen zu lassen, um eine EU-Visaerleichterung für türkische Bürger zu erreichen, wie der Stellvertreter der deutschen Bundeskanzlerin, Sigmar Gabriel, mitteilte.

    „Es liegt an der Türkei, ob es Visafreiheit geben kann oder nicht“, sagte er. „In keinem Fall darf sich Deutschland oder Europa erpressen lassen“, fügte Gabriel hinzu.

    Zuvor deutete der türkische Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu an, dass Ankara den Flüchtlingsdeal mit Brüssel platzen lassen könne, wenn die Europäische Union keine Visaerleichterungen für türkische Bürger einführe.

    Am 18. März hatten Ankara und Brüssel bei einem Gipfeltreffen in Belgien ein Flüchtlingsabkommen abgeschlossen. Laut diesem Deal sollten alle Einwanderer, die ab dem 20. März illegal nach Griechenland eingereist waren, in die Türkei zurückgeschickt werden. Die Türkei erhielt ihrerseits drei Milliarden Euro sowie EU-Visaerleichterungen für seine Bürger in Aussicht gestellt.

    Nachdem der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan sich weigerte, die Verfassung in Bezug auf die Terrorbekämpfung zu ändern, hatte das EU-Parlament am 11. Mai die Arbeit an den Visaerleichterungen unterbrochen.

    Die Zuwanderungskrise in Europa hatte sich 2015 im Zusammenhang mit dem steigenden Einwanderungsstrom aus Nordafrika, dem Nahen Osten sowie aus Zentral- und Südasien zugespitzt. Innerhalb eines Jahres waren offiziellen Angaben zufolge rund 1,8 Millionen Migranten nach Europa gekommen. Laut Experten handelt es sich um die größte Flüchtlingskrise seit dem Zweiten Weltkrieg.

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    Tags:
    Flüchtlingsabkommen, Migranten, Sigmar Gabriel, Türkei, Deutschland