23:36 17 August 2017
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    Wartung der Kampfjets Tornado vor dem Start des Einsatzaufklärungsflugs auf der Air Base Incirlik im Rahmen der Mission Counter Daesh, am 24.02.2016

    Bundeswehrabzug aus Türkei wäre ein Albtraum für die Militärs – „Der Spiegel“

    © Foto: Bundeswehr
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    Nach dem Besuchsverbot für Abgeordnete bei der Bundeswehr in der Türkei spricht die SPD nun vom Abzug der deutschen Tornado-Aufklärungsjets von der Luftwaffenbasis in Incirlik, berichtet „Der Spiegel“. Laut Informationen des Nachrichtenportals bereitet die Bundeswehr diesen Abzug bereits vor.

    „Wenn der Besuch bei den Soldaten nicht möglich gemacht wird, ist eine Verlängerung des Mandats ausgeschlossen“, zitiert „Der Spiegel“ den SPD-Verteidigungsexperten Rainer Arnold.

    Arnold zufolge muss die Bundesregierung nun „umgehend andere Standorte für die deutschen Soldaten abklären“. Das Bundestagsmandat für den Einsatz läuft im Dezember 2016 aus. Und ohne die Stimmen der SPD ist eine Verlängerung der deutschen Mission auf türkischem Boden unmöglich, geht aus dem Artikel hervor.

    „Die Bundeswehr bereitet sich bereits auf einen Abzug aus der Türkei vor“, so „Der Spiegel“ weiter. Zurzeit werde geprüft, ob die deutschen Flugzeuge nach Jordanien oder nach Zypern verlegt werden können, um anschließend von dort aus Einsätze über Syrien und Iran auszuführen.

    Solch ein Szenario hätte aber schlimme Folgen, denn ein Umzug würde die deutsche Mission für mindestens zwei Monate unterbrechen. „Für die Militärs wäre der Abzug ein Albtraum“, so der Artikel. „So würden die Deutschen faktisch von den Amerikanern, den Anführern der Koalition gegen den IS, abgetrennt“, betont das Blatt.

    Bisher konnte die Bundeswehr Aufklärungsbilder in der Türkei direkt in die Systeme der Koalition einbringen, was aus Jordanien oder Zypern unmöglich wäre. Außerdem wäre auch die technische Versorgung der Tornado-Flugzeuge an den neuen Standorten „viel komplizierter und teurer als in der Türkei“, erläuterte die Seite.

    Laut dem Sprecher von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen würde Berlin „den Einsatz für die Koalition gern von der Türkei aus fortsetzen“. Dennoch sei dieser Standort „nicht alternativlos“, hieß es.

    Zurzeit befinden sich 200 Bundeswehrsoldaten, sechs Tornado-Flugzeuge und ein Tankflugzeug auf dem Stützpunkt in Incirlik.

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    Tags:
    Bundeswehr, Incirlik, Türkei, Deutschland
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