07:08 18 November 2019
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    Französischer Präsident Emmanuel Macron beim Europarat

    Macron sieht Mitschuld der Nato bei jüngsten Ereignissen in Syrien

    © REUTERS / JOHANNA GERON
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    Der französische Präsident Emmanuel Macron hat auf einer Pressekonferenz am Freitag in Brüssel über einen Fehler des Westens hinsichtlich der jüngsten türkischen Offensive gegen kurdische Gebiete in Syrien gesprochen.

    Der französische Staatschef verurteilte die Operation Ankaras als „Aberwitz“ und warnte, die Türkei würde im Falle eines Wiederauflebens des „Islamischen Staates“* die Verantwortung tragen. Zugleich sagte er laut Reuters-Angaben, er sehe bei den Ereignissen der letzten Tage in Syrien ein „schwerwiegendes Verschulden“ des Westens sowie der Nordatlantikallianz. Die Unfähigkeit der Nato, auf den türkischen Einmarsch zu reagieren, sei ein ernster Fehler.

    Macron verkündete zudem, er werde zusammen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem britischen Premierminister Boris Johnson den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan in den kommenden Wochen treffen – wahrscheinlich in London.

    Am 9. Oktober startete die Türkei eine Offensive gegen die von kurdischen Milizen kontrollierten Gebiete im Nordosten Syriens. Ziel des Einsatzes sollte die Bekämpfung des „Islamischen Staates“* sowie der von der Türkei als Terrororganisation anerkannten YPG-Milizen sein. Kurz darauf hatten die USA ihre Unterstützung für die Kurden in Syrien eingestellt.

    Am Donnerstag vereinbarte Ankara mit Washington eine 120-Stunden-Waffenruhe, damit die Kurden das Grenzgebiet zwischen den Städten Tel Abyad und Ras al Ain verlassen können.

    *Terrororganisation, in Russland verboten

    msch/sb/rtr

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    Tags:
    EU, Frankreich, Türkei, Syrien, NATO, Emmanuel Macron