04:20 15 November 2019
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    Bundeskanzlerin Angela Merkel bei der feierlichen Empfangszeremonie in Indien am 1. November 2019

    Merkel in Indien: Regierungskonsultationen, verstärkte Kooperation und Hymne im Sitzen

    © REUTERS / ADNAN ABIDI
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    Bundeskanzlerin Angela Merkel ist vom indischen Premierminister Narendra Modi zu einem zweitägigen Besuch in der Hauptstadt Neu-Delhi empfangen worden. Zahlreiche Veranstaltungen stehen auf dem Programm. Beide Länder wollen ihre Kooperation deutlich ausweiten.

    Bundeskanzlerin Angela Merkel ist in Neu-Delhi mit militärischen Ehren empfangen worden. Trotz der Feierlichkeit der Zeremonie sorgte wieder die Tatsache für Aufmerksamkeit, dass die deutsche Regierungschefin während des Abspielens der Hymnen auf einem Stuhl allein unter einem Baldachin saß.

    Danach schritt sie allein die Ehrenformation ab.

    Zwar ist es seit einigen Zitteranfällen Merkels bereits üblich, dass die Kanzlerin den Nationalhymnen im Sitzen zuhört, dennoch wird dies von lokalen und internationalen Journalisten gesondert festgehalten.

    Straffes Programm auf dem Plan

    Das Programm für Merkel bei ihrer Indien-Reise ist straff. Am Freitag legte sie bei einer Gedenkzeremonie einen Kranz für den gewaltfreien Freiheitskämpfer Mahatma Gandhi nieder.

    Am Nachmittag stand ein gemeinsamer Besuch der Kanzlerin mit Modi in der Gedenkstätte Gandhi Smriti auf dem Programm. Dort hatte Gandhi gewohnt, bevor er 1948 von einem Hindu-Extremisten erschossen wurde. Am 2. Oktober war der 150. Jahrestag von Gandhis Geburtstag. Laut der Erklärung würdigten die beiden Regierungschefs das bleibende Erbe von Gandhi und seine „Philosophie der Gewaltlosigkeit und Harmonie”.

    Bei den fünften deutsch-indischen Regierungskonsultationen, zu denen Merkel mit mehreren Ministern angereist war, sollten zuvor zahlreiche Abkommen unterzeichnet werden. Im Zentrum stehen die Wirtschafts- und Handelsbeziehungen, die Themen Innovationen und Digitalisierung, Klimaschutz, nachhaltige Entwicklung sowie außen- und sicherheitspolitische Fragen. Am Nachmittag war auch ein Gespräch der Kanzlerin mit dem indischen Präsidenten Ram Nath Kovind geplant.

    Die Bundeskanzlerin wird dabei von einer umfangreichen Delegation begleitet. Aus der Politik sind etwa Außenminister Heiko Maas (SPD), Agrarministerin Julia Klöckner, Forschungsministerin Anja Karliczek, Kulturstaatsministerin Monika Grütters (alle CDU) sowie acht Staatssekretäre dabei. Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) wird nach seinem Unfall vom Dienstag von einem Staatssekretär vertreten. Auch eine umfangreiche Wirtschaftsdelegation ist in Indien dabei.

    Welche Themen stehen auf dem Plan?

    Laut Regierungssprecher Steffen Seibert will Merkel bei ihren Gesprächen zum einen deutlich ihre Unterstützung für Demokratie, Rechtsstaat und Menschenrechte zum Ausdruck bringen. Zum anderen mache sich die Bundesregierung Sorgen um die angespannten Beziehungen zwischen Pakistan und Indien sowie die Lage in Kaschmir.

    Man wolle für Deeskalation und eine friedliche Konfliktlösung auf diplomatischem Weg werben.

    Zugleich will Berlin stärker mit den Indern in Fragen der Digitalisierung, Entwicklung der künstlichen Intelligenz oder des Kampfes gegen den Klimawandel kooperieren. In einer gemeinsamen Erklärung heißt es etwa mit Blick auf die Landwirtschaft, wo rund die Hälfte der indischen Bevölkerung noch arbeitet, künstliche Intelligenz sollte dort helfen, Ressourcen zu schonen und Effizienz zu steigern.

    Zudem bekannten sich die beiden Regierungschefs dazu, erneuerbare Energien und eine Energie- und Verkehrswende zu fördern. 

    Indien habe gerade in diesen Bereichen ein großes Potenzial, sagte Merkel in diesem Zusammenhang. Beide Länder seien durch strategische und freundschaftliche Beziehungen verbunden. Indiens Premierminister Narendra Modi sprach von weitreichender strategischer Zusammenarbeit, die vor allem bei der Hochtechnologie Fortschritte gemacht habe.

    Die Kanzlerin betonte ihrerseits, die Wirtschaftsbeziehungen der beiden Länder könnten noch intensiver sein.

    ng/dpa

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    Angela Merkel