08:49 10 August 2020
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    Nach einem erbitterten Machtkampf in Bolivien hat der Präsident des Landes Evo Morales seinen Rücktritt erklärt. Damit reagiert er auf die wochenlangen Proteste in dem Land, denen sich zuletzt auch die Sicherheitskräfte des Landes angeschlossen haben.

    Er habe dem Parlament ein Rücktrittsschreiben geschickt, sagte der linke Staatschef in einer Fernsehansprache am Sonntag.

    Zusammen mit Morales räumt auch der Vize-Präsident des Landes, Alvaro Garcia Linera, seinen Posten. Dieser bezeichnete die Situation zugleich als einen Staatsstreich.

    Kurz zuvor hatten die Chefs der Streitkräfte und der Polizei in Bolivien den Staatspräsidenten zum Rücktritt aufgefordert. Dieser hatte am Sonntag eigentlich eine Neuwahl angekündigt, nachdem die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) in einem vorläufigen Bericht Manipulationen bei der Präsidentenwahl vor drei Wochen festgestellt hatte.

    Dadurch beruhigte sich die Situation jedoch nicht. Im ganzen Land brachen Unruhen aus.

    Zudem hatten Polizeieinheiten dem angeschlagenen Staatschef die Treue verweigert. Der nationale Polizeichef Vladimir Yuri Calderón hatte offen den Rücktritt von Morales gefordert.

    Unregelmäßigkeiten bei den Wahlen

    Die Generalstaatsanwaltschaft hatte Ermittlungen gegen Mitglieder des Wahltribunals wegen der Unregelmäßigkeiten bei der Wahl angekündigt. Der Oppositionsführer Luis Fernando Camacho brachte zudem inmitten einer riesigen Menschenmenge ein Rücktrittsschreiben für Morales zum Präsidentenpalast in La Paz, wie die Zeitung „El Deber” berichtete.

    Morales regierte Bolivien seit 2006. Der 59-jährige frühere Koka-Bauer hatte sich zum dritten Mal zur Wiederwahl gestellt, obwohl die Verfassung höchstens eine Wiederwahl vorsieht. Morales überwand diese Hürde mit Hilfe der Justiz, die die Begrenzung der Amtszeiten als Verletzung seiner Menschenrechte bezeichnete.

    ng/dpa

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    Tags:
    Krise, Machtkampf, Rücktritt, Evo Morales, Bolivien