09:05 10 Dezember 2019
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    Proteste in Bolivien

    Ausschreitungen in Bolivien fordern mindestens fünf Todesopfer – Videos

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    Mindestens fünf Menschen sind in der bolivianischen Stadt Cochabamba bei den jüngsten gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Anhängern des zurückgetretenen Präsidenten Evo Morales und Sicherheitskräften ums Leben gekommen.

    Wie der Ombudsmann von Cochabamba am Freitag (Ortszeit) kundtat, erlitten weitere 34 Menschen Verletzungen, 169 Personen wurden festgenommen.

    Die Anhänger von Morales – Kokabauern – versuchten, über Cochabamba nach der Hauptstadt La Paz zu marschieren, um ihre Unterstützung für den Ex-Präsidenten zu zeigen.

    Die Polizei und das Militär versperrten den Demonstranten den Weg auf einer Brücke in Sacaba, einem östlichen Vorort von Cochabamba. Die Toten wiesen Schusswunden auf, sagte der Ombudsmann. Der Polizeichef von Cochabamba, Jaime Zurita, erklärte, die Kokabauern hätten die Sicherheitskräfte mit Schusswaffen angegriffen.

    ​Ausländische Verwicklung vermutet

    Boliviens Übergangspräsidentin Jeanine Áñez sagte, bewaffnete Gruppen, in denen auch Ausländer seien, hätten vor, Blockaden um die wichtigsten Städte aufzustellen, um die Zufuhr von Treibstoff, Gas und Lebensmitteln zu verhindern. Die Regierung werde gegen diese Gruppen mit den in der Verfassung verbrieften Mitteln vorgehen.

    Es gebe Beweise für die Beteiligung venezolanischer Bürger an gewaltsamen Protesten gegen die Übergangsregierung, erklärte die neue kommissarische Außenministerin, Karen Longaric. Neun Venezolaner, bei denen großkalibrige Waffen gefunden worden sein sollen, wurden festgenommen. Am Freitag wurden außerdem alle venezolanischen Diplomaten aus La Paz ausgewiesen.

    Darüber hinaus steigt das Land laut Longaric aus dem auf Initiative Venezuelas gegründeten Regionalbündnis Alba-TCP (Bolivarianische Allianz für Amerika) aus und prüft auch einen Austritt aus dem Staatenbund Unasur.

    Am vorigen Sonntag hatte Präsident Evo Morales seinen Rücktritt erklärt – nach heftigen Protesten und unter dem Druck des Militärs. Nun befindet er sich im Exil in Mexiko. Neben Morales hatte auch der bolivianische Vizepräsident, Alvaro Garcia Linera, sein Amt niedergelegt. Linera bezeichnete die Situation als Staatsstreich. Die zweite Vizepräsidentin des Senats, Jeanine Añez, erklärte sich zur Interimspräsidentin und will nun Neuwahlen organisieren.

    msch/sb/dpa

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    Tags:
    Evo Morales, Auseinandersetzungen, Massenproteste, Proteste, Bolivien