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    Massive Eskalation in Nahost nach Mord an Soleimani – Alle Entwicklungen (68)
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    Mit Informationen von drei mit der Situation vertrauten Quellen hat die Agentur Bloomberg nachvollzogen, wie US-Präsident Donald Trump und seine Berater den Plan zur Tötung des iranischen Generals Qassem Soleimani vorbereiteten.

    Demnach gestaltete sich die Entscheidung, Soleimani zu einem Ziel zu machen, sehr rasch nach einem Raketenangriff auf einen US-Stützpunkt im Nordirak. Dabei kam ein amerikanischer Soldat ums Leben. Keine Gruppierung bekannte sich bislang zu der Attacke, doch Washington warf sie der schiitischen Miliz „Kataib Hisbollah“ vor, die vom Iran unterstützt wird.

    Wie eine militärische Quelle gegenüber Bloomberg preisgab, sei diese Situation für Trump eine „rote Linie“ gewesen – denn er hätte kurz vorher Vertreter europäischer Staaten dazu aufgerufen, dem Iran vor Tötungen von US-Bürgern abzuraten.

    Enger Insider-Kreis

    Bei der Entwicklung des Plans für einen Schlag gegen Soleimani war Geheimhaltung von zentraler Bedeutung. Deswegen war nur ein enger Kreis von Menschen über den Vorstoß informiert – Stabschef des Weißen Hauses Mick Mulvaney, Sicherheitsberater Robert O’Brien, Außenminister Mike Pompeo (der am 1. Januar seine Reise in die Ukraine und andere Staaten absagte) sowie eine kleine Anzahl von Rechtsanwälten von dem Nationalen Sicherheitsrat.

    Der republikanische Senator Lindsey Graham gab in einem Interview mit Fox News am Freitag bekannt, er sei am Dienstag über den geplanten Angriff in Kenntnis gesetzt worden. Der US-Kongress habe aber keine Warnung erhalten, ebenso andere Länder hätten im Voraus keine Informationen bekommen. Grund dafür sollen Sicherheitsbedenken gewesen sein. Sogar das Ministerium für innere Sicherheit, das teilweise für die Abwehr gegen eine mögliche iranische Aggression auf US-Boden verantwortlich ist, wurde erst nach der Attacke in Kenntnis gesetzt.

    Schein-Normalität vonseiten Trumps

    Während seine Administration geheim den Angriff plante, benahm sich Trump so, wie es bei seinem Urlaub typisch ist – seit Weihnachten besuchte er täglich seinen Golfplatz in der Nähe von Mar-a-Lago. Am Dienstag allerdings, als Demonstranten die US-Botschaft in Bagdad stürmten, war er nur etwa 50 Minuten auf dem Golfplatz.

    Nachdem er ihn vorzeitig verlassen hatte, griff er die Medien an, weil diese berichtet hätten, der Präsident spiele während der „Belagerung der Botschaft“ Golf. Auf Twitter versicherte Trump, dass er die Situation um die Botschaft zeitnah beobachtete.

    Am selben Tag wurden rund 750 Fallschirmjäger der 82. Luftlandedivision über eine Verlegung in den Nahen Osten informiert. Laut Angaben von zwei mit der Angelegenheit vertrauten Personen wurde auch die Sicherheit in Trumps Urlaubsresidenz Mar-a-Lago verstärkt.

    Ein „Gelegenheitsziel“

    Ein US-Beamter sagte gegenüber Reuters, das Militär habe Soleimani in der vergangenen Woche nicht direkt überwacht. Der Schlag sei erst dann befohlen worden, als der Geheimdienst bekanntgegeben habe, dass der General am Flughafen Bagdad ankommen würde – was im Militärlexikon ein „Gelegenheitsziel“ heißt.

    US-Beamte behaupten, dass Soleimani nach Bagdad gekommen sei, um Angriffe auf amerikanische Streitkräfte vorzubereiten. Daher wird der Angriff als „Selbstverteidigung“ gerechtfertigt.

    Trump schrieb am Freitag auf Twitter, Soleimani habe „Tausende Amerikaner getötet oder schwer verwundet“ und „geplant, noch viele weitere zu töten“.

    Außenminister Mike Pompeo sagte später gegenüber CNN, die Tötung von Soleimani habe einen „bevorstehenden Angriff“ vereitelt, lieferte jedoch keine weiteren Details.

    Tötung von Soleimani

    Der iranische General und Leiter der Al-Quds-Brigaden, Qassem Soleimani, wurde in der Nacht zum Freitag bei einer Militäraktion der USA nahe dem Flughafen von Bagdad getötet. Der Angriff sei auf Anordnung von US-Präsident Donald Trump ausgeführt worden, teilte das Pentagon mit. Neben Soleimani sollen auch mehrere weitere Offiziere der iranischen Revolutionsgarden sowie der Anführer der irakischen Miliz „Al-Hashd Al-Sha'abi“ und Gründer der „Kataib Hisbollah” Abu Mahdi al-Muhandis getötet worden sein.

    Mehrere Länder verurteilten den Angriff, die Bundesregierung rief zu einer Deeskalation in der Region auf. Irans oberster Führer Ajatollah Ali Chamenei und Präsident Hassan Rohani drohten den USA schwere Rache an. Seit Soleimanis Tod finden im Iran Massenkundgebungen statt – der General hat im Land hohes Ansehen genossen und galt als ein Volksheld.

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    Tags:
    Donald Trump, USA, Al-Kuds, Iran, Irak