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    Massive Eskalation in Nahost nach Mord an Soleimani – Alle Entwicklungen (68)
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    Die Zeitung „The New York Times“ hat unter Berufung auf hochrangige US-Beamte neue Informationen zur gezielten Ermordung des iranischen Top-Generals Qassem Soleimani bekannt gegeben, die durch einen US-Raketenangriff auf direkten Befehl von Präsident Donald Trump erfolgte.

    Leitende US-Militärbeamte hätten eine Liste von möglichen Reaktionen auf angeblich vom Iran geführte Ausschreitungen im Irak zusammengestellt und sie Trump vorgelegt, schreibt das Blatt am Samstag. Als extremste Reaktion sei dem US-Staatschef die Tötung Soleimanis vorgeschlagen worden.

    „Sie haben nicht gedacht, dass er sich dafür entscheiden wird. In den Kriegen, die seit den Attacken vom 11. September 2001 geführt wurden, haben Pentagon-Beamte Präsidenten oft unwahrscheinliche Optionen angeboten, damit andere Möglichkeiten schmackhafter aussehen“, so die Zeitung.

    Trump habe am 28. Dezember eine Ermordung Soleimanis ursprünglich abgelehnt und stattdessen Luftangriffe auf eine vermutlich vom Iran unterstützte schiitische Miliz genehmigt. Wenige Tage später sei die US-Botschaft in Bagdad attackiert worden.

    Am Donnerstagabend habe sich der US-Präsident „für die extreme Option entschieden“. Pentagons Top-Beamte seien „fassungslos“ gewesen.

    Berichte über Soleimanis Pläne unterschieden sich

    Die US-Aufklärung soll allem Anschein nach erfahren haben, dass Soleimani seine Truppen in Syrien, dem Libanon und dem Irak inspiziert habe und einen baldigen Angriff plane, der Hunderte Leben fordern könne. Es habe eine Gefahr für amerikanische Botschaften, Konsulate und Militärs in Syrien, dem Irak und dem Libanon bestanden.

    Der US-Außenminister Mike Pompeo und der US-Vizepräsident Mike Pence waren NYT zufolge besonders kriegerisch gestimmt und plädierten für eine Antwort auf die „iranische Aggression“.

    Laut einem neuen Bericht der Aufklärung sei jedoch die Reise des iranischen Generals ganz ordinär gewesen. Irans geistliches Oberhaupt Ajatollah Ali Chamenei habe keine Attacke gebilligt und Soleimani mindestens eine Woche vor dessen Tod gebeten, für weitere Besprechungen nach Teheran zu kommen.

    Einige US-Offizielle hätten ihre Skepsis über die Begründung für einen Schlag gegen Soleimani privat zum Ausdruck gebracht, so das Blatt.

    Mord an Soleimani

    Die USA hatten in der Nacht zum 3. Januar im Raum des internationalen Flughafens von Bagdad eine Operation gegen den Kommandeur der Al-Quds-Eliteeinheit der iranischen Revolutionsgarden, General Qassem Soleimani, und den Vizekommandeur der schiitischen Volksmobilisierungskräfte, Abu Mahdi al-Muhandis, durchgeführt. Die beiden wurden von Washington der Teilnahme an dem Angriff am 31. Dezember 2019 auf die US-amerikanische Botschaft in Bagdad beschuldigt.

    Neben Soleimani und al-Muhandis sollen zehn weitere Personen bei dem US-Schlag ums Leben gekommen sein.

    Die Tötung des Generals, der im Iran als Volksheld verehrt wird, sorgte für eine rasche Eskalation im Nahen Osten. Der Oberste Führer des Irans, Ajatollah Ali Chemenei, drohte den USA schwere Rache an. Der Kommandeur der Revolutionsgarden in der Provinz Kerman erwog die Möglichkeit, 35 US-Stellungen in der Region anzugreifen. US-Präsident Donald Trump versprach einen „schnellen und starken Schlag“ gegen 52 Ziele im Iran, wenn US-Bürger angegriffen werden sollten.

    mo/mt

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    Qassem Soleimani, Irak, Iran, Donald Trump, USA