18:37 25 Januar 2020
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    Seit Jahren bekämpfen sich in Libyen die so genannte „Einheitsregierung” im Westen und General Khalifa Haftar im Osten. Eine erbitterte Schlacht tobt um die Hauptstadt Tripolis. Zuletzt erklärte die Türkei, möglicherweise Truppen in das Land zu entsenden, um die „Einheitsregierung” zu unterstützen. Nun ist genau dies anscheinend geschehen.

    Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat am Sonntag erklärt, dass die ersten türkischen Truppenverbände ausgerückt und nun „auf dem Weg” nach Libyen seien.

    Das Ziel der türkischen Militärs in dem Land soll die Koordination und die Stabilität sein.

    „Unser Militär rückt schrittweise nach Libyen aus. Sie werden sich dort mit der Koordination beschäftigen. Unser Ziel ist es, eine legitime Regierung zu unterstützen”, sagte Erdogan beim Sender CNN Turk.

    Das Militär solle die „Einheitsregierung” unterstützen, die Ankara für rechtmäßig hält.

    „Die Aufgabe des türkischen Militärs besteht darin, einen Waffenstillstand zu gewährleisten und nicht zu kämpfen. Andererseits kann durch die Unterstützung einer legitimen Regierung eine humanitäre Katastrophe verhindert werden”, so Erdogan weiter.

    Wann genau diese Truppen in Libyen ankommen sollen, blieb zunächst unklar.

    Türkisches Parlament gibt grünes Licht für Militärintervention

    Zuvor am Donnerstag hatte das türkische Parlament eine mögliche Militärintervention formal in Libyen erlaubt. Erdogan erhielt damit für ein Jahr die Genehmigung, Truppen in das Bürgerkriegsland zu schicken.

    Die türkischen Truppen sollen der UN-unterstützten Regierung unter Ministerpräsident Fajis al-Sarradsch in Tripolis im Kampf gegen die Kräfte des Generals Khalifa Haftar helfen.

    Hierfür wurde im vergangenen Monat zwischen der Türkei und der libyschen Regierung im Westen ein Abkommen unterzeichnet, welches es Ankara erlaubt, Militärexperten und Militärpersonal in das Land zu schicken.

    Das Gegenparlament im Osten Libyens hatte daraufhin am Samstag einstimmig für einen Abbruch der Beziehungen zur Türkei votiert und lehnte das entsprechende Abkommen des westlichen Parlaments ab.

    Lage in Libyen

    Seit dem Sturz des langjährigen Staatschefs Muammar al-Gaddafi vor fast neun Jahren steckt Libyen im Kriegschaos und wird von einer Doppelherrschaft geführt. Im Westen herrscht die von der UN anerkannte „Einheitsregierung”, im Osten regiert der vom Volk gewählte Abgeordnetenrat, der sich auf die Libysche Nationalarmee um Marschall Khalifa Haftar stützt.

    Dieser kündigte am 12. Dezember eine Entscheidungsschlacht um die Hauptstadt Tripolis an.

    Ägypten und die Vereinigten Arabischen Emirate stehen hinter Marshall Haftar, der immer wieder versucht, die Macht in Tripolis zu ergreifen.

    ng/mt/sna

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    Truppenabzug, Bodentruppen, Truppen, Türkei, Regierung der nationalen Einheit Libyens, Libyen, Recep Tayyip Erdogan, Khalifa Haftar