17:39 07 August 2020
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    Bei der Präsidentenwahl in Kroatien ist der oppositionelle Sozialdemokrat Zoran Milanovic als Sieger hervorgegangen. Amtsinhaberin Grabar-Kitarovic lag nach Angaben der Wahlkommission des Landes um rund 100.000 Stimmen zurück.

    Bei der Stichwahl am Sonntag konnte Milanovic knapp 53 Prozent der Stimmen auf sich vereinigen, gab die kroatische Wahlkommission in Zagreb am Montag nach Auszählung aller Stimmen bekannt.

    Milanovic soll einen deutlicheren Vorsprung vor Grabar-Kitarovic von der Mitte-Rechts-Partei HDZ bekommen haben als erwartet. In den letzten Umfragen hatte der Sieger einen Vorsprung von lediglich einem Prozentpunkt.

    Experten erwarteten Wiederwahl von Grabar-Kitarovic

    Die Stichwahl war nötig, da keiner der Kandidaten in der ersten Wahlrunde der Präsidentenwahl die erforderliche absolute Mehrheit erreichte. Vor zwei Wochen entschied der Sozialdemokrat bereits die erste Runde mit 29,6 Prozent der Stimmen für sich. Die amtierende Präsidentin, für die 26,7 Prozent der Wähler gestimmt hatten, hoffte aber noch auf Stimmen aus der Anhängerschaft des unabhängigen Kandidaten und populären Schlagersängers Miroslav Skoro. Er war in der ersten Runde mit 24,4 Prozent der Stimmen als Drittplatzierter relativ knapp ausgeschieden.

    Beobachter waren davon ausgegangen, dass Grabar-Kitarovic im zweiten Wahlgang im Amt bestätigt würde, da Skoros Wähler eher dem konservativen Spektrum zugerechnet werden.

    Kroatiens Präsidentenamt

    Das Staatsoberhaupt hat in Kroatien vor allem repräsentative Funktionen, da die Regierungsgeschäfte vom Ministerpräsidenten geführt werden. Das Staatsoberhaupt hat etwa kein Vetorecht bei der Gesetzgebung. Allerdings hat der Präsident ein Mitsprecherecht in der Außen- und Verteidigungspolitik.

    Die Wahl gilt auch als Indikator für die Stärke des rechten und des linken Lagers vor den Parlamentswahlen im kommenden Jahr. Das jüngste EU-Mitgliedsland übernimmt außerdem in der ersten Hälfte 2020 den Ratsvorsitz in der Europäischen Union. Kroatien ist seit 2013 Mitglied der EU.

    mo/sb/dpa/rtr

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    Tags:
    EU, Kroatien