21:44 21 Januar 2020
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    Das irakische Parlament hat in einer Resolution die USA und alle ausländischen Truppen der Anti-IS*-Koalition zum Abzug aus dem Land aufgefordert. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtete kurzzeitig, dass die Koalition tatsächlich die Truppen abziehen will. Doch kurze Zeit später demenierte der US-Verteidigungsminister.

    Reuters berichtete, dass laut einem Schreiben die US-geführte Anti-IS-Koalition in der nahen Zukunft aus dem Irak abziehen wolle. Man werde das Land aus Respekt vor der irakischen Souveränität verlassen, soll es in einem Schreiben der Koalition an das irakische Militär geheißen haben, das Reuters einsehen konnte.

    „Sir, aus Hochachtung vor der Souveränität der Republik Irak und wie vom irakischen Parlament und dem Ministerpräsidenten gefordert, wird CJTF-OIR die Truppen im Verlauf der kommenden Tage und Wochen umgruppieren, um eine Weiterverlegung vorzubereiten”, zitierte Reuters aus dem Brief des Generals der US-Marineinfanterie, William Seely, der den Einsatz im Irak befehligt.

    Die Echtheit des Schreibens, das an die irakischen Streitkräfte adressiert war, soll Reuters von einer irakischen Militärquelle unabhängig bestätigt worden sein.

    US-Verteidigungsminister dementiert

    Doch nur kurze Zeit später dementierte der amerikanische Verteidigungsminister. Die USA haben nach den Worten von US-Verteidigungsminister Mark Esper keine Pläne zum Abzug aus dem Irak. Damit widersprach er dem angeblich aufgetauchten Brief des Generals der US-Marineinfanterie, William Seely.

    Esper erklärte zunächst, er wisse nichts über diesen Brief. Man versuche nun herauszufinden, worum genau es sich bei diesem Brief handeln solle.

    Eine politische Entscheidung über den Abzug habe es jedenfalls nicht gegeben.

    „Es wurde keine Entscheidung getroffen, den Irak zu verlassen”, so Esper.

    US-Generalstabschef Mark Milley sagte hierzu später, bei dem Brief habe es sich um einen „Entwurf” gehandelt, der versehentlich verschickt worden sei.

    Es sei also nur „ein Fehler” gewesen.

    Eskalation in Nahost

    Zuvor hatte es eine massive Eskalation der Lage in Nahost gegeben. Die USA töteten am 3. Januar bei einem Raketenangriff nahe dem Flughafen von Bagdad den iranischen General und Kommandeur der Al-Quds-Brigaden, Qassem Soleimani.

    Der Angriff ist auf Anordnung von US-Präsident Donald Trump ausgeführt worden.

    Daraufhin drohten verschiedene iranische und schiitische Vertreter den USA mit schwerer Vergeltung und erwähnten unter anderem, dass 35 US-Stellungen in der Region bereits im Visier seien.

    Trump drehte die Eskalationsspirale daraufhin weiter und erklärte in seinem Twitter, dass er bereit sei, „schnelle und starke“ Militärschläge gegen den Iran auszuführen, falls Amerikaner oder amerikanische Einrichtungen von den iranischen Revolutionsgarden angegriffen werden sollten.

    Bagdad unter Beschuss

    In den darauffolgenden Tagen kam es dann in der Tat zu mehreren Angriffen auf US-Einrichtungen im Irak. Sowohl am Samstag als auch am Sonntag schlugen Raketen in der Green Zone von Bagdad ein. Offenbar war die US-Botschaft im Visier.

    Auch fielen Raketen in dem benachbarten Startviertel Jadriya sowie in der irakischen Basis Balad, die auch von US-Militärs benutzt wird.

    Todesopfer hatte es nicht gegeben, mehrere Menschen wurden aber im Jadriya-Bezirk am Sonntag verletzt.

    *IS („Islamischer Staat”) – Terrororganisation, in Deutschland und Russland verboten

    ng/mt/Reuters

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    Tags:
    Truppenabzug, Teilabzug, Abzug, USA, Iran, Irak, Ghassem Soleimani, Qassem Soleimani