21:56 21 Januar 2020
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    Der Chef der Luft- und Weltraumkräfte der iranischen Revolutionsgarden, Amirali Hadschisadeh, und der Präsident der ukrainischen Fluggesellschaft MAU (Ukraine International Airlines), Jewgenij Dychne, haben sich über den Stopp des Luftverkehrs ausgesprochen, den die iranischen Militärs angeblich bei den Schlägen auf eine US-Basis im Irak forderten.

    Kurz vor dem Absturz der ukrainischen Boeing 737 habe die iranische Armee verordnet, dass keine Passagierflugzeuge während der iranischen Schläge gegen einen US-Militärstützpunkt im Irak verkehren dürften. Dies sagte Hadschisadeh laut dem arabischen Sender „Al Jazeera“. Die Forderung sei jedoch nicht erfüllt worden.

    „Wir haben verlangt, den Flugzeugverkehr während der Attacke auf die Basis Ain Al-Assad aufzuhalten. Aus einer Reihe von Ursachen ist das nicht getan worden.“

    Ukrainische Seite: Keine Informationen über mögliche Gefahren

    Die MAU, der die abgeschossene Maschine gehörte, habe keine Gründe für eine Annullierung des Flugs gehabt, gab Jewgenij Dychne am Samstag auf einer Pressekonferenz bekannt. Weder ukrainische noch iranische Behörden hätten Warnungen ausgesprochen.

    „Zum Augenblick des Abflugs vom Flughafen Boryspil (bei Kiew – Anm. d. Red.) hat die Fluggesellschaft keine Information über mögliche Bedrohungen gehabt. Auch zum Augenblick des Abflugs vom Flughafen Teherans hat die Fluggesellschaft absolut keine Information gehabt. Uns ist keine Entscheidung seitens der verantwortlichen Administrationen mitgeteilt worden.“

    Dychne verneinte jeglichen Schuld ukrainischer Behörden an dem Flugzeugabsturz. Aus der Sicht des MAU-Direktors handelte Kiew gemäß den Regeln, als es den Flug nicht verbot. Sowohl vor der Katastrophe als auch danach wären „Airlines aus der ganzen Welt“ in den Iran geflogen. Der abgeschossene ukrainische Jet sei „an einem falschen Ort zur falschen Zeit“ gewesen.

    Flugzeugabsturz im Iran

    Eine ukrainische Passagiermaschine, eine Boeing 737, war am Mittwochmorgen kurz nach dem Abflug vom Khomeini Airport in der iranischen Hauptstadt Teheran abgestürzt. An Bord des Jets befanden sich laut den ukrainischen Behörden 176 Insassen. Niemand überlebte. Unter den Opfern waren eine Doktorandin aus Mainz sowie eine Asylbewerberin aus Nordrhein-Westfalen mit ihren Kindern. Die anderen Opfer stammten aus dem Iran, der Ukraine, Kanada, Großbritannien, Schweden und Afghanistan.

    Das Korps der iranischen Revolutionsgarden hatte laut dem Chef ihrer Luft- und Weltraumkräfte, Amirali Hadschisadeh, die volle Verantwortung für die Katastrophe übernommen. Die Maschine war laut dem Eingeständnis des Generalstabs der iranischen Streitkräfte durch „menschliches Versagen“ abgeschossen worden. In dem Zusammenhang ordnete der iranische Präsident Hassan Rohani Entschädigungsmaßnahmen an.

    mo/mt/sna

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