01:05 20 Januar 2020
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    Bei einem mutmaßlichen islamistischen Angriff auf einen Militärposten im Westen des afrikanischen Staates Niger sollen nach jüngsten Angaben mindestens 89 Regierungssoldaten ums Leben gekommen sein. Dies meldet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Sicherheitskreise.

    Der Anschlag erfolgte am Donnerstag nahe dem Ort Chinagordar an der Grenze zu Mali. Durch das Dorf verläuft die Nationalstraße 24, die Mali und die nigrische Hauptstadt Niamey verbindet.

    Der Militärbehörde des Landes zufolge fuhren Unbekannte mit Motorrädern und Autos auf die Basis und eröffneten das Feuer. Mit Unterstützung der nigrischen Luftstreitkräfte und „Partner“ hätten die Militärs Gegenschläge erteilt. Die Attentäter hätten die Flucht ergriffen. Daraufhin begannen die Militärs mit dem „Räumen“ des Gebiets.

    Möglicherweise noch mehr Tote

    Die Gestorbenen seien am Samstag in Niamey beigesetzt worden, so die Agentur. Insgesamt liege die Zahl der Toten unter nigrischen Regierungssoldaten wohl noch höher, weil zahlreiche Militärangehörige bereits unmittelbar nach dem Angriff am Donnerstag in Chinagordar beerdigt worden seien, zitiert Reuters einen Insider.

    Die Regierung sprach bislang von 25 getöteten und sechs verletzten Armee-Angehörigen sowie von 63 getöteten Angreifern.

    Deutsche Soldaten in Mali

    Der Norden Malis war 2012 nach einem Militärputsch vorübergehend in die Hände islamistischer und anderer Rebellengruppen geraten. Durch den UN-Sicherheitsrat wurde 2013 die Multidimensionale Integrierte Stabilisierungsmission (Minusma) der Vereinten Nationen in Mali ins Leben gerufen. Die Mission soll den im Jahr 2013 geschlossenen Waffenstillstand zwischen der malischen Regierung und den Tuareg-Rebellen sichern, die Zivilbevölkerung schützen und zur Stabilisierung der vom Konflikt betroffenen Gebiete beitragen.

    Deutsche Soldaten beteiligen sich seit 2013 an der Uno-Stabilisierungsmission Minusma. Dabei sind rund 1000 Soldaten sowie einige Aufklärungsdrohnen vom Typ „Heron” in Nord-Mali stationiert.

    Krise in der Region

    Trotz der Stationierung Tausender westlicher und UN-Soldaten in der Region verschlechtert sich die Sicherheitslage. Etliche bewaffnete Gruppen sind in den Ländern der Sahelzone – einem Gebiet, das sich südlich der Sahara vom Atlantik bis zum Roten Meer erstreckt – aktiv, einige haben den Terrororganisationen Islamischer Staat (IS)* oder Al-Kaida* die Treue geschworen. Im Schlüsselstaat Mali stellten sich die militanten Islamisten nach der französischen Militärintervention 2013 neu auf und weiten ihre Anschläge zunehmend auf die Nachbarländer Burkina Faso und Niger aus.

    * In Russland und Deutschland verboten

    mo/sb/rtr/sna

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    Tags:
    Mali, Niger