03:13 02 April 2020
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    Berliner Libyen-Konferenz und Entwicklungen danach (30)
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    Der internationale Flughafen Mitiga der libyschen Hauptstadt Tripolis hat am Mittwoch laut der Flughafenverwaltung die Arbeit zeitweilig eingestellt.

    Diese Entscheidung wurde einer Meldung auf der Facebook-Seite des Flughafens zufolge aufgrund eines Raketenangriffs getroffen. Inzwischen nahm das Flughafen den Betrieb wieder auf, gab die Verwaltung bekannt.

    „Flüge wurden im Flughafen Mitiga ausgesetzt, weil er unter einen ungeordneten Raketenbeschuss genommen wurde.“

    Ein Jet aus Tunesien musste im Flughafen der libyschen Mittelmeerstadt Misrata landen.

    Ständig Schüsse in Umgebung libyscher Hauptstadt

    Der Flughafen Mitiga stellt wegen Beschuss in Vorstädten von Tripolis seine Arbeit regelmäßig ein. Die Ursache dafür ist die andauernde militärische Auseinandersetzung zwischen der von General Chalifa Haftar befehligten Libyschen Nationalarmee (LNA) im Osten des Landes und den Kräften, die die international anerkannte Regierung des Premierministers Fajis al-Sarradsch unterstützen.

    Die LNA verkündete am 8. Januar eine Ausbreitung der Flugverbotszone, die nun auch den Flugplatz Mitiga einbezieht. Airlines sollen LNA zufolge die Grenzen der Zone beachten und ihre „Maschinen nicht der Vernichtungsgefahr aussetzen“.

    Libyen-Gespräche in Moskau und Berlin

    Im Berliner Bundeskanzleramt hatte am 19. Januar eine Libyen-Konferenz unter Teilnahme von Vertretern aus zwölf Staaten und von vier internationalen Organisationen stattgefunden. Die Teilnehmer einigten sich nach stundenlangen Verhandlungen auf einen Waffenstillstand und ein Waffenembargo für das nordafrikanische Land sowie auf eine gleichberechtigte Verteilung seiner natürlichen Ressourcen. Alle ausländischen Aktivitäten in Libyen sollen eingestellt werden.

    Der Konferenz gingen Libyen-Verhandlungen in Moskau voraus, an denen der Befehlshaber der Libyschen Nationalarmee, Chalifa Haftar, und der Premierminister der Regierung der Nationalen Einheit, Fajis al-Sarradsch, sowie Vertreter Russlands und der Türkei teilnahmen. Al-Sarradsch unterzeichnete ein Waffenstillstandsabkommen. Haftar bat seinerseits um zwei Tage Bedenkzeit, um sich bei Stammesältesten in Libyen vor Ort Rat zu holen.

    Nach Gaddafis Sturz und Ermordung

    Nach dem Sturz und der Ermordung des libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi 2011 hörte Libyen praktisch auf, als ein einheitlicher Staat zu existieren. Aktuell besteht Doppelherrschaft im Lande. Im Osten sitzt das vom Volk gewählte Parlament, und im Westen, in der Hauptstadt Tripolis, herrscht die mit Unterstützung der Uno und der EU gebildete Regierung der Nationalen Einheit. Die Behörden des Ostteils des Landes agieren unabhängig von Tripolis und kooperieren mit der Libyschen Nationalarmee von Marschall Haftar.

    mo/mt/sna

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