04:25 10 August 2020
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    Juan José Márquez, der Onkel des venezolanischen Oppositionsführers und selbst ernannten Interimspräsidenten Juan Guaidó, ist am internationalen Flughafen von Caracas in Maiquetía festgenommen worden. Guaidó kommentierte in der Nacht zum Donnerstag auf Twitter den Zwischenfall.

    Zur Festnahme kam es am Dienstag, als Márquez und Guaidó mit einem Flug der Airline TAP Air Portugal von einer mehrwöchigen Auslandsreise zurückgekehrt waren. Laut dem Chef der von der Regierung kontrollierten verfassungsgebenden Versammlung, Diosdado Cabello, wurde Márquez wegen des Versuchs festgenommen, Sprengstoff ins Land zu bringen.

    „An ihm sind taktische Lichter entdeckt worden. In deren Batterienfach hat sich Sprengstoff befunden, vermutlich Plastiksprengstoff C4“, sagte der Politiker in seiner Sendung des Fernsehsenders VTV.

    Márquez habe dieses Gut an Bord einer TAP-Air-Portugal-Maschine gebracht. Er sei als Passagier dieses Flugs nicht registriert worden und sei in einer Schutzweste geflogen.

    Darüber hinaus habe Guaidós Onkel unter seinen persönlichen Sachen eine Speicherkarte mit einem geheimen Dokument auf Englisch gehabt. Unter Márquez‘ Handykontakten sei die Nummer eines gewissen „Charles“ gewesen, der als „Agent des Geheimdienstes, District of Columbia“ eingetragen worden sei, so Cabello.

    Guaidós Reaktion

    Der venezolanische Oppositionsführer bezeichnete die Festnahme seines Onkels als Verschwinden. Guaidó machte den venezolanischen Staatschef Nicolás Maduro für den Vorfall verantwortlich.

    „Er ist seit 24 Stunden verschwunden. Ich mache dich, Usurpator Nicolás Maduro, und jeden deiner Handlager in Maiquetía dafür verantwortlich, was mit Juan José Márquez passiert“, so der Politiker auf Twitter.

    Guaidó hatte Venezuela illegal verlassen, weil gegen ihn mehrere Ermittlungsverfahren laufen. Trotzdem ließen die Grenzschützer ihn ungehindert einreisen.

    Der Hintergrund

    Juan Guaidó hatte sich vor einem Jahr zum Interimspräsidenten erklärt und den sozialistischen Staatschef Nicolás Maduro damit herausgefordert.

    Guaidó wird auf dem internationalen Parkett zwar von vielen Staaten, darunter von Deutschland, hofiert, kann sich in Venezuela aber nicht durchsetzen. Im Zuge der Staatskrise haben bereits 4,5 Millionen der gut 30 Millionen Venezolaner das einst reiche Land mit den weltgrößten Erdölreserven verlassen.

    Russland, China, die Türkei und einige andere Länder unterstützten Nicolás Maduro als legitimen Präsidenten Venezuelas. In Moskau wurde der „Präsidentenstatus“ von Guaidó als nicht existent bezeichnet.

    mo/mt/sna/dpa

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    Tags:
    Nicolás Maduro, Juan Guaidó, Venezuela