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    Knapp einen Tag nach den ersten Medienberichten über eine Öffnung der türkisch-griechischen Grenze für Flüchtlinge aus Syrien hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan diese Nachricht bestätigt.

    Laut Erdogan überquerten bereits rund 18.000 Menschen die türkische Grenze. Die Entscheidung begründete er damit, dass Ankara eine neue Flüchtlingswelle aus Syrien nicht überstehen könne. Er fügte dem hinzu, dass sich die Zahl noch erhöhen wird.

    „Wir haben seit geraumer Zeit gesagt, dass wir nicht verpflichtet sind, so viele Flüchtlinge aufzunehmen. Sie haben uns Hilfe versprochen, aber Sie tun nichts, und gestern haben wir unsere Grenzen geöffnet. Es sind bereits 18.000 Flüchtlinge vergangen, und heute wird sich die Zahl auf 25.000 oder 30.000 erhöhen, und wir werden unsere Türen nicht schließen. Denn die EU muss ihr Wort halten”, sagte Erdogan am Samstag in Istanbul.

    Einer Reuters-Meldung zufolge hat die griechische Polizei bereits Tränengas gegen die Menschen eingesetzt, die den Grenzübergang versuchten.

    Zuvor hatten Medien unter Verweis auf anonyme türkische Beamten berichtet, dass Ankara als Reaktion auf die Eskalation im syrischen Idlib die Grenzen zu Europa geöffnet haben sollte.

    Erdogan gab außerdem Details eines Telefongesprächs mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin bekannt. Er habe den russischen Staatschef aufgefordert, dem Konflikt in Idlib fernzubleiben und die Türkei „eins zu eins” mit der syrischen Regierung zu lassen. Das Verteidigungsministerium Russlands erklärte seinerseits, dass die jüngsten Gespräche zwischen Moskau und Ankara zur Erwägung von Schritten geführt hätten, die einen dauerhaften Waffenstillstand in Idlib sichern könnten.

    Erdogan kündigte außerdem umfassende Angriffe in Idlib an. Bei den bereits gestarteten Angriffen seien Lagerhäuser mit Chemiewaffen sowie Luftabwehrsysteme und Landebahnen zerstört worden, sagte er. Die syrische Regierung stritt die Behauptungen ab und warf Erdogan „irreführende” Aussagen und Übertreibung vor.

    Eskalation in Idlib

    Die schwelenden Spannungen in der Deeskalationszone von Idlib eskalierten erneut am Donnerstag, als Terroristen der Miliz „Dschabhat Fath asch-Scham” (früher als die Al-Nusra-Front bekannt) einen groß angelegten Angriff auf Positionen der syrischen Armee durchführten. Syrische Truppen schossen zurück, bei ihrem Gegenangriff kamen mindestens 33 türkische Soldaten ums Leben. Am Freitag sagte der russische Militär, die im Kreuzfeuer gefangenen türkischen Streitkräfte hätten sich überhaupt dort nicht befinden dürfen. Türkische Medien berichteten später, dass die türkische Armee in den letzten Wochen rund 130 Einheit syrischer Militärtechnik zerstört hatte. Russland hofft weiterhin auf eine Rückkehr zu einer friedlichen Lösung des Konflikts.

    Am Freitag legte Athen ein Veto gegen eine geplante Nato-Erklärung ein, in der die Allianz ihre Solidarität mit Ankara zum Ausdruck bringen sollte. Berichten zufolge traf Griechenland die Entscheidung trotz des Widerstands der USA, Großbritanniens, Frankreichs und Deutschlands.

    msch/sna

     

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    Tags:
    Syrien, Migranten, Flüchtlinge, Recep Tayyip Erdogan, Griechenland, Türkei