23:57 29 Oktober 2020
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    Spannungen im Delta des Flusses Evros, der einen Teil der Grenze zwischen Griechenland und der Türkei bildet, sind zu erkennen, nachdem Ankara beschlossen hat, den nach Europa drängenden Strom der Flüchtlinge nicht mehr zu stoppen. Sputnik berichtet von der Lage vor Ort.

    Hunderte einfache griechische Einwohner verteidigen zusammen mit den Grenzsoldaten Interessen ihres Landes. Der Sekretär des griechischen Grenztruppen-Verbandes Giannis Totonidis sprach im Sputnik-Interview über die Mobilmachung der griechischen Staatsbürger unabhängig von ihrem Alter und Beruf.

    Die Einwohner des Evros-Deltas unterstützen die Grenzsoldaten nach ihren Kräften. Hunderte Bürger verließen Haus und Herd, um beim Grenzschutz auf der griechischen Seite zu helfen.

    Totonidis hält sich seit einigen Tagen an der Grenze im Evros-Delta auf und verfolgt die Entwicklung der kritischen Situation. Ihm zufolge müssen „geschlossene Strukturen“ auf den Inseln des Ägäischen Meeres und in den Festland-Gebieten zur Lösung der Flüchtlings- und Migrantenprobleme errichtet werden. Mehr als 1000 Grenzsoldaten wurden entsendet, um ihr Land zu verteidigen, so Totonidis.

    Wie häufig sehen Sie, dass so viele Einwohner Ihnen freiwillig bei Ihrer Arbeit helfen wollen?

    „Zum ersten Mal in meiner Dienstzeit sehe ich solch umfassende Unterstützung durch die Bürger. Eine solche Mobilmachung der Einwohner war 1999 an der griechisch-albanischen Grenze zu sehen gewesen, als die Albaner in unser Land gelangen wollten. Doch damals war die Bewegung nicht so massiv wie heute“.

    Was bewegte die Einwohner dazu, auf die Straßen zu kommen und Bereitschaftsdienst an der Grenze zu leisten?

    „Sie sahen die unverzügliche Reaktion der Militärs, Polizisten sowie Grenzsoldaten, die sich dort von Anfang an befanden. Wir machten uns keine Gedanken über Arbeitspläne, unsere Familien. Wir gingen, um Tausende Menschen zu stoppen, die illegal in unser Land gelangen wollten. Die Einwohner sahen auch, wie schlecht sich die Menschen gegenüber den griechischen Grenzsoldaten verhielten, als sie Schimpfwörter riefen,  Steine warfen, als sie in unser Land gewaltsam gelangen wollten. Wir repräsentieren das einfache Volk, das nicht nur sein Eigentum, sondern auch seinen Staat, Griechenland schützen will. Ich denke, dass die Situation an Grenzen stieß. Wir wollten nicht, dass sie außer Kontrolle gerät. Angesichts dessen, was hier unternommen wurde, wird klar, dass die Regierungsmaßnahmen zur Regelung der Flüchtlingskrise Ergebnisse bringen werden.  Man sollte den Bau der geschlossenen Strukturen auf den Inseln im Ägäischen Meer und auf dem Festland fortsetzen, damit jeder, der illegal ins Land kommt, in diese Zentren gelangt und sich nicht frei bewegen kann. Und Asylanträge müssen natürlich sofort behandelt werden, damit illegale Migranten in ihr Land zurückkehren“.

    Totonidis nannte das Vorgehen der Einwohner als hervorragend und berührend.

    „Zum ersten Mal ist die Unterstützung auf solch einem Niveau, so etwas kommt selten vor. Menschen aus ganz Griechenland kontaktieren uns - große Unternehmen, die materiell helfen wollen, sowie einfache Bürger jeden Alters, die unsere Arbeit sehen und beim Grenzschutz helfen wollen“.

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    Tags:
    Grenzschutz, Flüchtlinge, Flüchtlingskrise, Türkei, Griechenland