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    Coronavirus-Ausbruch: Aktuelle Entwicklungen zur neuartigen Lungenkrankheit (198)
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    Seit Dienstagmorgen gilt in der Schweiz nun eine „außerordentliche Lage“ gemäß dem Epidemiengesetz. Dies erscheint als eine gerechtfertigte Aktion vor dem Hintergrund, dass die Schweiz bisher das Land ist, das nach Italien die höchsten Infektionszahlen pro Kopf aufweist. Der Bund spricht über Maßnahmen und Einschränkungen.

    Die meisten europäischen Staaten haben bereits den Notstand ausgerufen. Dazu gehört nun auch die Schweiz. Am Montagabend verkündete der Schweizer Bundesrat in einer Pressekonferenz eine „außerordentliche Lage“ gemäß dem Epidemiengesetz. Diese trete in der Nacht von Montag auf Dienstag in Kraft und sei bis zum 19. April gültig. Das John-Hopkins-Institut meldet am Dienstag 2330 Fälle in der Schweiz.

    „Jetzt muss ein Ruck durch unser Land gehen”, sagt die Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga in allen vier Landessprachen der Schweiz. „Wir brauchen jetzt die Bevölkerung, die sich an diese Maßnahmen hält. Und zwar die ganze Bevölkerung – jeder und jede Einzelne von uns.” Eine Ausgangssperre hat der Bundesrat jedoch noch nicht verhängt.

    Das große Appell des Bundesrats: Jeder soll zu Hause bleiben. Eine absolute soziale Distanzierung sei erforderlich, um die Ausbreitung unter Kontrolle zu behalten. Dabei betont der Bundesrat die schon bekannte Problematik eines potenziellen Engpasses in Krankenhäuser: Nehme die Zahl an Infizierten im gleichen Tempo zu, so würden die meisten Plätze mit kritischen Covid-19-Patienten belegt sein. Dies wiederum führe dazu, dass keine weiteren Patienten – ob nun Motorradopfer oder krebskrankes Kind – die notwendigen Behandlungen erhalten würden. Besonders vor dem Hintergrund der schnellen Ausbreitung des Virus scheint dies eine immense Bedrohung zu sein. Laut dem John-Hopkins-Institut gehört die Schweiz zu den Ländern, in denen sich die Fallzahl der Erkrankten innerhalb von weniger als vier Tagen verdoppelt.

    Striktere Maßnahmen

    Sommaruga betont dies in der Mutmaßung, dass die Bevölkerung am Wochenende noch zu aktiv war. Online kursierten laut einem Artikel der „Neue Zürcher Zeitung“ Bilder von den Wochenendaktivitäten sämtlicher Schweizer, wie sie draußen flanierten oder sich beim Kaffeekränzchen trafen. Spezifisch die Risikogruppen werden nun aufgefordert, diese Distanzierungsmaßnahmen strikt zu befolgen, und sich nicht zu „Jassrunden“ (Anm. d. Red.: Jass ist ein beliebtes Kartenspiel in der Schweiz) oder einem „Wanderausflug“ zu treffen.

    „Es muss erst schlechter werden, bevor es besser wird”, bedauern der Bundesrat und der Gesundheitsminister bei der Medienkonferenz. Um die Sicherheit aller zu gewährleisten, seien nun Einkaufsläden, Clubs, Restaurants und Bars, sämtliche Freizeitangebote und auch Einrichtungen mit Dienstleistungen, die Körperkontakt erfordern, geschlossen. Darunter fallen beispielsweise Friseur- und Kosmetik-Salons oder Tattoo-Studios. Abgesehen von diesem Beschluss wird nur bei wichtigen Betrieben wie beispielsweise Drogerien, Lebensmittelläden und Arztpraxen eine Ausnahme gemacht. Im gastronomischen Bereich seien Betriebskantinen, Take-Aways, Restaurantbetriebe in den noch offenen Hotels und Lieferdienste in Betrieb. Auch ausgenommen vom Verbot seien die Post, Banken, Mobilfunknetzanbieter und Garagen. Dienstleistungen der öffentlichen Verwaltung, wie auch soziale Einrichtungen bleiben ebenfalls offen.

    Karin Keller-Sutter, ebenfalls Bundesrätin und Justizministerin, gab auch bekannt, dass sich die Einreisebeschränkungen nun nicht nur auf Italien, sondern auch auf Deutschland, Österreich und Frankreich ausweiten. Damit unterscheidet sich die Schweiz nicht von den Nachbarstaaten, da diese Maßnahmen genauso von Deutschland wie Österreich befolgt werden.

    Kein Stillstand

    Mit diesen Maßnahmen sei die Schweiz bei Weitem nicht das Land mit den strengsten Einschränkungen. Noch sehe die Schweiz von einem „totalen Stillstand“ ab. Dies sehe die Bundespräsidentin Sommaruga als unbegründet an. Dennoch seien in diesen geöffneten Einrichtungen die Hygienemaßnahmen umso wichtiger. Außerdem fordert die Bundespräsidentin gerade auch die jungen Leute, die nicht direkt gefährdet sind vom Virus, eindringlich dazu auf, zu Hause zu bleiben. Außerdem bestätigt sie die Sicherheit der Lebensmittelversorgung. Deswegen sei es auch nicht nötig, Notvorräte anzulegen. 

    lm

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