00:31 05 Juli 2020
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    Afghanistans Regierung hat 100 Taliban-Kämpfer aus der Haftanstalt Parwan in Bagram nördlich der Hauptstadt Kabul entlassen. Am Donnerstag sollen weitere Angehörige der radikalen Bewegung aus der Haft kommen.

    Die am Mittwoch freigelassenen Häftlinge wurden laut einem Twitter-Eintrag des Sprechers des Nationalen Sicherheitsrates, Javid Faisal, abhängig von Gesundheitszustand, Alter und verbliebener Haftstrafe ausgewählt.

    Die Gefangenen hätten sich zudem verpflichtet, nicht mehr an Kämpfen teilzunehmen. Die Maßnahme sei darüber hinaus ein Beitrag zur Coronavirus-Eindämmung.

    Die 15 hochrangigen Taliban, deren Freilassung die militante Gruppe vor wenigen Tagen noch gefordert hatte, seien nicht unter den Freigelassenen, sagte Faisal der Deutschen Presseagentur (dpa).

    Weitere 100 Taliban-Kämpfer sollten laut dem Sprecher am Donnerstag freigelassen werden.

    Abkommen zwischen Washington und Taliban

    Die USA und die Taliban hatten am 29. Februar in Katars Hauptstadt Doha ein von vielen Seiten als „historisch“ bezeichnetes Abkommen geschlossen, das einen Abzug aller US-amerikanischen und internationalen Truppen bis Ende April kommenden Jahres aus dem Land vorsieht. Im Gegenzug sollen die Taliban Friedensgespräche mit der afghanischen Regierung in Kabul aufnehmen sowie Garantien geben, dass Afghanistan kein sicherer Hafen für Terroristen wird.

    Freilassung von Taliban-Kämpfern

    In das Abkommen wurde die Freilassung von Gefangenen aufgenommen, als Vorbedingung für innerafghanische Friedensgespräche zwischen der Regierung in Kabul und den militant-islamistischen Taliban.

    Afghanistans Präsident Aschraf Ghani unterzeichnete am 11. März einen entsprechenden Erlass. Demzufolge sollen 5000 Taliban-Gefangene allmählich aus der Haft entlassen werden. Mehrfach wurde die Freilassung bereits verschoben.

    mo/sb/dpa/rtr/sna

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    Tags:
    Taliban, Afghanistan