11:51 31 Oktober 2020
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    Die UN-Flüchtlingsagentur hat am Dienstag vor Vertiefung der humanitären Krise im kriegsgebeutelten Jemen gewarnt, wo sich Covid-19 ausbreitet.

    Das Land erlebte nach Angaben des Hochkommissars der Vereinten Nationen für Flüchtlinge (UNHCR) bereits vor der Corona-Pandemie die schlimmste humanitäre Katastrophe. Rund 80 Prozent von Jemens unterernährter Bevölkerung seien auf humanitäre Hilfe angewiesen.

    „Belastungsgrenze erreicht“

    Letzte Woche teilten die Vereinten Nationen mit, dass Coronavirus sich im Jemen offenbar ausbreitet. Das Gesundheitssystem sei zusammengebrochen. Die Organisation forderte dringende Unterstützung.

    „Wir haben in unseren Programmen eine potenzielle Belastungsgrenze erreicht. Erhalten wir zeitnah keine weitere Finanzierung, werden viele unsere Programme – vor allem Programme der Geldleistungen für binnenvertriebene Jemeniten – möglicherweise aufhören müssen“, sagte der UNHCR-Sprecher Charlie Yaxley laut Reuters bei einem virtuellen Briefing.

    Demzufolge gewähre die Flüchtlingsagentur Unterstützung für eine Million Binnenflüchtlinge. Sie seien auf das Geld für Lebensmittel, Medikamente und Unterkunft angewiesen. Immer mehr Jemeniten hätten auf „schädliche Überlebensstrategien zurückgegriffen“.

    „Wir beobachten, dass eine steigende Anzahl von Familien auf schädliche Überlebensstrategien wie Bettelei, Kinderarbeit und Kinderehen zurückgreift, um zu überleben.“

    Wie das Amt der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) am Dienstag bekanntgab, habe es rund 15 Prozent der notwendigen Förderung für den Humanitären Plan 2020 für den Jemen im Wert von 3,38 Milliarden US-Dollar erhalten. Die größte Gebernation seien die USA.

    Millionen Kinder hungern

    Die Sprecherin des Welternährungsprogrammes der Vereinten Nationen (englisch UN World Food Programme, WFP), Elizabeth Byrs, hob bei dem Briefing am Dienstag hervor, dass die Corona-Pandemie die Lebensmittelimporte gefährde.

    „Das WFP erwartet, dass viel mehr Kinder im Jemen wegen Coronavirus von akuter Unterernährung betroffen werden.“

    Daran leiden bereits mehr als zwei Millionen Kinder, so Byrs.

    Konflikt im Jemen

    Der militärische Konflikt zwischen der Regierung und den Huthi-Rebellen der schiitischen Bewegung „Ansar Allah“ dauert seit 2014 an. Die arabische Koalition unter Führung Saudi-Arabiens war im März 2015 in den Jemen einmarschiert und kämpft seitdem auf der Seite des Präsidenten Abed Rabbo Mansur Hadi.

    Für den 2. Juni ist eine virtuelle Geberkonferenz anberaumt. Veranstalter sind Saudi-Arabien und die Vereinten Nationen.

    mo/mt/rtr

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    Tags:
    UN, Coronavirus, Jemen