18:27 19 September 2020
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    Die norwegischen Behörden haben den Eltern mit einem Migrationshintergrund geholfen, ihre Kinder häufig gegen deren Willen in sogenannte „Koranschulen“ in den Herkunftsländern zu schicken, um die „Verwestlichung“ zu verhindern.

    Dies geht aus einem Bericht hervor, der im Auftrag des norwegischen Ministeriums für Kinder- und Familienangelegenheiten verfasst wurde.

    Der 125-seitige Bericht unter dem Titel „Nicht nur ein Urlaub“, in dem die Rolle der Behörden in einem als „kulturelle Rehabilitation“ bezeichneten Prozess untersucht wurde, ist von einem Expertengremium verfasst worden. 

    Demnach haben die Behörden die Familien in mehreren Fällen aktiv dabei unterstützt, ihre Kinder in die „Koranschulen“ im Ausland zu schicken, wo die Jugendlichen möglicherweise der Folter und ideologischer Gehirnwäsche islamistischer Art ausgesetzt worden seien, hieß es. Der Kinderhilfsdienst habe in einigen Fällen sogar die Tickets gekauft.

    Die brutalen pädagogischen Methoden und von den Medien thematisierten Missbräuche hätten zuvor auf nationaler Ebene Besorgnis erregt und die Aufmerksamkeit von Premierministerin Erna Solberg auf sich gezogen, die eine solche Praxis als illegal bezeichnete.

    „Die geleistete Arbeit ist nicht gut genug, wenn es darum geht, zu verhindern, dass die Kinder aus dem Land geschickt werden“, sagte die Forscherin von der Denkfabrik „Nova“, Anya Bredal, gegenüber dem Radiosender NRK. 

    „Wir haben gesehen, dass der Kinderhilfsdienst in einigen Fällen die Familien unterstützte, die ihre Kinder in die 'Koranschulen' in Somalia schickten. Wir stehen dem sehr kritisch gegenüber. Wir empfehlen eine verstärkte Anstrengung, die es erfordert, die Fähigkeiten in Fällen von Kindesentführung zu verbessern“, fügte Bredal hinzu.

    Das Expertengremium befragte junge Menschen, die gegen ihren Willen ins Ausland geschickt wurden, und erhielt zudem Informationen von Fachleuten, Familienmitgliedern und verschiedenen Diensten. Es kam unter anderem zu dem Schluss, dass fast die Hälfte der Opfer später psychische Probleme aufwiesen

    Jugendliche über ihre Rechte informieren

    In dem Bericht wurde auch „erhebliche Verwirrung und Unklarheit“ in diesem Bereich hervorgehoben, was es den Behörden erschwere, zwischen legalen und legitimen Auslandsreisen und solchen mit rechtswidrigen Zwecken zu unterscheiden.

    Experten zufolge müssen Kinder und Jugendliche über ihre Rechte informiert werden - möglicherweise sogar von einem Sprecher, der sich mit diesem Thema befasst. Bredal betonte, es sei dringend erforderlich, die Kompetenz der Bildungsbehörden, der Kinderhilfsdienste und der Polizei zu erhöhen. Die heutige Botschaft „Nicht reisen“ sei für junge Menschen, die keine Stimme haben, von geringer Relevanz, hieß es.

    Die norwegische Ministerin für Bildung und Integration, Guri Melby, hat einen neuen Aktionsplan zur Bewältigung des Problems zugesagt.

    „Wir waren nicht gut genug. Die Hauptregel dafür, dass dies nicht geschieht, ist, dass Familien in Norwegen gut integriert sind, die norwegischen Werte gut kennen und dass die Kinder mit ihren Rechten vertraut sind“, sagte Melby.

    Opfer beklagen Gehirnwäsche

    Der Bericht sei im Auftrag gegeben worden, als bekannt wurde, dass norwegische Jugendliche mit einem Migrationshintergrund an die „Koranschulen“ in Somalia und Kenia geschickt wurden, um zu verhindern, dass sie „norwegisch“ werden. Neben harten Bedingungen und Folter beklagten sich die Opfer auch über die Gehirnwäsche anhand der islamistischen Lehren und des Hasses gegenüber dem Westen. Ein ähnliches Phänomen sei auch im benachbarten Schweden beobachtet worden, das auch eine beträchtliche somalische Gemeinschaft hat.

    Laut einem vom Bildungsministerium in Auftrag gegebenen Bericht vom Januar wurden zwischen 2016 und 2018 mindestens 400 in Norwegen lebende Kinder und Jugendliche gegen ihren Willen ins Ausland geschickt und einer sogenannten „kulturellen Rehabilitation“ unterzogen.

    pd/mt/sna

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    Tags:
    Islam, Kinder, Norwegen