18:06 19 September 2020
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    Demonstranten gegen Polizeibrutalität in verschiedenen US-Städten sahen sich in den vergangenen Tagen bewaffneten Männern gegenüber, einige mit Schusswaffen. Manche fuhren Fahrzeuge in die Protestzüge, andere wiederum behaupteten, sie wären gekommen, um den Demonstranten beizustehen.

    Am Sonntag fuhr in Seattle ein Mann mit hoher Geschwindigkeit auf Demonstranten zu, während mehrere Demonstranten versuchten, das Fahrzeug zu verlangsamen oder anzuhalten.

    Einem Beteiligten, der durch das Autofenster griff, schoss der Fahrer in den Arm. Der Täter stieg dann mit einer Pistole aus dem Fahrzeug – auf Fotos ist ein modifiziertes, extra langes Magazin zu sehen. Er zielte auf die Protestierenden und ergab sich später der Polizei.

    Nicht der einzige Vorfall an diesem Tag

    Wie der „Guardian“ berichtet wurde in Lakeside, Virginia, ein bewaffneter Mann wegen Körperverletzung festgenommen, nachdem er angeblich mit seinem Lastwagen in Demonstranten gefahren war und einen Radfahrer erwischt hatte.

    ​Der Angeklagte ist Berichten zufolge einer der Organisatoren der „National Association for Awakening Confederate Patriots“ und führte 2016 einen Ein-Mann-Protest in Ku-Klux-Klan-Roben durch. 2017 war er Teilnehmer der rechtsextremen „Unite the Right“-Demonstration in Charlottesville, bei der die Demonstrantin Heather Heyer mit einem Fahrzeug überfahren und ermordet wurde.

    Zwei Tage nach „Unite the Right“ geriet er laut Fotos und Berichten, so der „Guardian“, mit Aktivisten bei einer Auseinandersetzung aneinander und wurde verletzt, als er versuchte, eine Gedenkkundgebung für Heyer zu stören, während er ein Hemd mit KKK- und Patches der Südstaatenflagge trug.

    Weitere Fahrzeugangriffe ereigneten sich unter anderem am 29. Mai in Bakersfield, Kalifornien, und am Tag zuvor in Denver. Am 30. Mai zog ein Mann eine Waffe, bevor er durch eine Menschenmenge in Gainesville, Florida, fuhr.

    In Minneapolis fuhr ein Mann in einem Sattelzug in eine Menge auf einer Überführung, die Demonstranten mussten ausweichen.

    ​Weitere Vorfälle mit Schusswaffen und anderen Waffen

    Ein Mann in McAllen, Texas, bedrohte am vergangenen Freitag Demonstranten von „Black Lives Matter“ mit einer laufenden Kettensäge und schrie „Geht nach Hause“, bevor er rassistische Beleidigungen rief.

    In Upland, Kalifornien, zog am 1. Juni ein Mann ein halbautomatisches Gewehr aus seinem SUV, zielte auf Demonstranten und wurde anschließend festgenommen.

    In Chicago wurde am 31. Mai ein anderer Mann mit einem halbautomatischen Gewehr und einer Pistole am Ort eines Protestes von der Polizei verhaftet. Auch er, so Demonstranten, habe die Waffe auf sie gerichtet.

    In Boise, Idaho, protestierten am 1. Juni zwei bewaffnete Männer, die mit Totenkopfmasken bekleidet waren, wie sie von einigen Neonazi-Gruppen bevorzugt werden, gegen einen örtlichen Marsch der „Black Lives Matter“-Bewegung. Ein 19-jähriger Verdächtiger wurde später verhaftet, nachdem die Polizei eine versehentliche Entladung seiner Waffe untersucht hatte.

    In Salt Lake City wurde am 31. Mai ein Mann festgenommen, nachdem er Demonstranten mit einem Jagdbogen bedroht hatte.

    „Boogaloo Bois“ auf beiden Seiten

    Sogenannte „Boogaloo Bois“ sind Mitglieder einer ungeordneten, regierungsfeindlichen Organisation, welche als die „Boogaloo“-Bewegung bekannt ist und sich für einen drohenden, zweiten US-amerikanischen Bürgerkrieg wappnet.

    Bei Protesten in den USA sind einige bewaffnete Mitglieder der Boogaloo-Bewegung aufgetaucht, um Geschäfte vor Demonstranten zu schützen, manche sind implizit feindselig gegenüber den Protestierenden.

    Andere wiederum behaupten, die Proteste zu unterstützen. Der „Guardian“ zitiert Social-Media-Material welches einige „Boogaloo“-Anhänger im Nordwesten der USA zeigt, die neben Demonstranten von „Black Lives Matter“ marschieren.

    Polizei zerstach Reifen von parkenden Autos

    In Minneapolis waren Demonstranten, Nachrichtenteams und Sanitäter am vergangenen Wochenende nach einer Demo gestrandet: Die Reifen ihrer Autos waren aufgeschlitzt worden.

    ​Viele vermuteten, dass Demonstranten schuld waren. Aber, wie das US-Magazin „Mother Jones“ berichtete, enthüllten Videos andere Schuldige: die Polizei.

    Die Tageszeitung „Star Tribune“ identifizierte die Beamten, die die Reifen durchstochen hatten, als State Trooper (die US-Staatspolizei) und Angehörige des lokalen Anoka County Sheriff's Office. Die Beamten hätten die Luft aus strategischen Gründen aus den Reifen gelassen , um „Verhaltensweisen wie Fahrzeuge, die gefährlich und mit hoher Geschwindigkeit in und um Demonstranten und Polizeibehörden fahren, zu stoppen“, so Bruce Gordon, Sprecher des Ministeriums für öffentliche Sicherheit in Minnesota.

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    Tags:
    Ausschreitungen, USA, Minneapolis, George Floyd