12:28 06 Juli 2020
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    Donnerstag fiel der Entscheid des Schweizer Nationalrats: Ja für die „Ehe für alle“. Auch hatte die große Kammer des Parlaments zugestimmt, dass lesbische Paare Zugang zur Samenspende erhalten. Doch die Debatte sei hiermit noch nicht beendet: Solange der Ständerat nicht darüber abstimmt, ist die „Ehe für alle“ noch nicht gesetzlich verankert.

    Nachdem der Nationalrat die Sitzung zum Thema „Ehe für alle“ vertagt hatte, kam am Donnerstag nun die Entscheidung: Die große Kammer des Schweizer Parlaments stimmte „Ja“ für die gleichgeschlechtliche Ehe. Auch der als kritisch angesehene Punkt, dass lesbische Paare Zugang zur Samenspende erhalten, wurde befürwortet. Die meisten Parteien – ausgeschlossen sind die SVP und ein Teil der CVP – haben „Ja“ gestimmt. Insgesamt waren 132 Stimmen dafür, 52 dagegen und 13 Personen hätten sich enthalten. 

    In einer Stellungnahme begrüßte auch der Bundesrat die Entscheidung des Nationalrates. Justizministerin Karin Keller-Sutter sehe diese Abstimmung als eine Beseitigung von Ungleichheiten. Einzig die Vorlage über den Zugang zur Samenspende sehe die Bundespräsidentin problematisch. Auch wenn der Bundesrat nicht gegen die Vorlage ist, so habe er es für sinnvoll erklärt, eine Revision etappenweise durchzuführen.

    Laut der Schweizer Zeitung „Tages-Anzeiger“ gehöre vor allen Dingen nach Keller-Sutter das Kinderrecht auf die Abstammungskenntnis zur Debatte: Wie dieses gewährleistet werden soll, wird derzeitig von einer Arbeitsgruppe geprüft.

    Langer Prozess

    Momentan habe aber nur die eine Hälfte des Parlaments abgestimmt. Der Ständerat solle später, wahrscheinlich in der Herbst-Session, über die Vorlage entscheiden. Angekündigt wurde jedoch auch ein Referendum, welches die evangelikale Partei EDU (eidgenössisch-demokratische Union) angekündigt hatte. Im Falle, dass die EDU genügend Unterschriften sammelt und das Referendum zu Stande kommt, müsse die Initiative vor das Volk kommen.

    Laut der deutschen Zeitschrift „Zeit“ würden Umfragen belegen, dass die Mehrheit der Schweizer Bevölkerung für eine Gleichberechtigung homosexueller Paare steht. Somit stehen die Chancen hoch, dass gleichgeschlechtliche Paare in der Schweiz heiraten dürfen – wann konkret dies jedoch der Fall sein wird, steht bislang nicht fest. Erstmals wurde die Initiative „Ehe für alle“ im Jahre 2013 von der Grünliberalen Partei lanciert.

    lm

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    Tags:
    Ehe für alle, Homosexualität, Homosexuelle, Schweiz