04:07 22 Oktober 2020
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    Die Ständige Vertretung des Iran bei den Vereinten Nationen hat sich in einer Erklärung kritisch zu dem Bericht des UN-Generalsekretärs Antonio Guterres über die iranische Herkunft der Raketen geäußert, mit denen 2019 die Ölanlagen in Saudi-Arabien angegriffen worden waren. 

    „Leider enthält der Bericht des UN-Generalsekretärs über die Umsetzung der Resolution 2231 des Sicherheitsrates eine Reihe ernsthafter Mängel, Ungenauigkeiten und Widersprüche in Bezug auf (...) die sogenannte Verbindung des Iran mit dem Export von Waffen oder deren Komponenten, die bei den Angriffen auf Saudi-Arabien verwendet wurden“, heißt es in der Erklärung. 

    Iranische Diplomaten behaupten, dass dem UN-Sekretariat die Fähigkeit und das Fachwissen fehlen, „solch eine komplexe und heikle Untersuchung durchzuführen“.

    Zudem sei festgestellt worden, dass „einige der angeblich beschlagnahmten Waffen, die untersucht wurden, nicht mit den vom Iran hergestellten Waffen übereinstimmen“.

    Teheran lehne die in dem Bericht enthaltenen Hinweise zur iranischen Verbindung zum Export von Waffen oder deren Komponenten, die bei den Angriffen auf Saudi-Arabien eingesetzt wurden, entschieden ab, heißt es weiter. Das Gleiche gelte auch für Bemerkungen über die iranische Herkunft der Waffen, die angeblich von den USA beschlagnahmt wurden. 

    Die Schlussfolgerungen im UN-Bericht würden genau die Behauptungen der USA wiedergeben: „Tatsächlich sind die Vereinigten Staaten an der Spitze, wenn es darum geht, eine sogenannte 'Bewertung' der Beteiligung des Iran an den Angriffen zu erstellen.“

    Die Diplomaten betonen, dass die „Verwendung einer unbegründeten und vagen Ausdrucksweise wie 'Berichten zufolge entdeckt', 'sehr wahrscheinlich, dass getan wurde', 'Ähnlichkeit' und 'wurde möglicherweise transportiert' in dem Bericht, erneut Zweifel an der Gültigkeit der Ergebnisse aufkommen lässt“. Dies geschehe, um den Iran zu beschuldigen.

    Zuvor hatte das iranische Außenministerium die Behauptungen des UN-Sekretariats abgelehnt und angenommen, dass sie unter Druck seitens der USA und Saudi-Arabiens gemacht worden seien. Zudem wurde Besorgnis geäußert, dass das „UN-Sekretariat als Instrument für politische Zwecke“ genutzt werde.

    Es sei ein „interessanter Zufall“, dass der Bericht zum gleichen Zeitpunkt veröffentlicht wurde, als die USA einen Resolutionsentwurf zur Verlängerung des Waffenembargos gegen den Iran vorgelegten. Teheran glaubt, dass der Bericht des UN-Sekretariats auf „Anordnung der Vereinigten Staaten“ erstellt wurde und im Sicherheitsrat gegen den Iran verwendet werde.

    In diesem Monat kommt der UN-Sicherheitsrat zusammen, um die Umsetzung der Resolution 2231 (2015) zu erörtern. Mit diesem Dokument hatte er am 20. Juli 2015 einen gemeinsamen umfassenden Aktionsplan (JCPOA) gebilligt, also eine historische Einigung zur Lösung des langjährigen Problems des iranischen Atomprogramms.

    Die Nachrichtenagentur Reuters meldete am Donnerstag unter Verweis auf einen Bericht des UN-Generalsekretärs Antonio Guterres, dass die Marschflugkörper, mit denen 2019 Einrichtungen des staatlichen Ölkonzerns Saudi Aramco und ein Flughafen in Saudi-Arabien angegriffen wurden, aus dem Iran stammten. Mehrere im November 2019 und Februar 2020 durch die USA beschlagnahmte Fragmente seien „iranischen Ursprungs“ gewesen, hieß es.

    Attacke auf saudische Ölobjekte

    Im September 2019 trafen Drohnenangriffe die Ölraffinerien des saudischen Konzerns Saudi Aramco in Abqaiq und Churais. Das Land war daraufhin gezwungen, seine Ölproduktion zu halbieren.
    Zu den Attacken bekannten sich die jemenitischen Huthi-Rebellen, gegen die eine von Riad angeführte Koalition kämpft. Nichtsdestotrotz behauptet eine Reihe von Staaten, darunter auch die USA und Deutschland, hinter den Angriffen stehe der Iran. Teheran wies jegliche Vorwürfe zurück. Kurz nach den Attacken verhängte Washington deswegen weitere Sanktionen gegen das Land.

    pd/sb/sna

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    Tags:
    Saudi Aramco, Öl, Iran, Raketenangriff, Saudi-Arabien