01:53 05 August 2020
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    In Portland (US-Bundesstaat Oregon) halten am Donnerstag Proteste gegen Polizeigewalt und Rassismus an. Vor allem vor einem Bundesgerichtsgebäude kommt es immer wieder zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Beamten. Internet-Benutzer veröffentlichten Aufnahmen der Geschehnisse in der Westküstenstadt.

    Hunderte Protestler versammelten sich um das Bundesgerichtsgebäude, wo gegen den Willen der lokalen Behörden entsandte Einsatzkräfte des Bundes untergebracht sind, berichtet ein Sputnik-Korrespondent vor Ort.

    Feuerwerkskörper und andere Brandsätze werden demnach von Demonstranten über die Umzäunung geschleudert. Die Bundespolizisten verwenden Tränengas, Lärmgranaten und andere Wirkungsmittel, im Versuch, die Protestler zu verdrängen.

    Die Protest-Teilnehmer benutzen Laubbläser, um sich gegen Tränengas zu schützen. Auch Portlands Bürgermeister Ted Wheeler, der sich einer Kundgebung vor dem Justizgebäude anschloss, wurde von Tränengas von Einsatzkräften des Bundes getroffen.

    Wheelers Anwesenheit stieß nicht bei allen Demonstranten auf Zustimmung. „Schande über dich”, riefen einige und forderten seinen Rücktritt. Sie warfen ihm vor, er habe zu wenig getan, um die Bürger zu schützen.

    Im Säulenvorbau des Gerichtsgebäudes kam es zu Bränden. Die Polizei der Stadt bezeichnete in einem Twitter-Eintrag vom Donnerstag die Geschehnisse vor dem Bundesgericht als Krawalle und forderte von der Menschenmenge, sich aufzulösen.

    „Löst euch sofort auf. Falls diese Richtlinien nicht eingehalten werden, können gegen euch Verhaftungen oder Vorladungen erfüllt oder Mittel zur Bekämpfung von Unruhen eingesetzt werden, einschließlich – jedoch nicht beschränkt – Tränengas und/oder Schlagwaffen.“

    Bundespolizei-Einsatz gegen Willen lokaler Regierung

    Die US-Regierung hatte die Bundes-Sicherheitskräfte in die Stadt Portland entsandt – und zwar gegen den Willen der örtlichen Regierung.

    Der US-Präsident Donald Trump hatte am Montag gedroht, auch in anderen Hauptstädten des Bundes die Bundespolizei einzusetzen, denn es sei wieder zu brutalen Auseinandersetzungen mit der Polizei gekommen. Die Proteste erfolgten nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd nach einem Polizeieinsatz in Minneapolis (US-Bundesstaat Minnesota), zu dem es vor zwei Monaten gekommen war.

    Polizeiwillkür gegen russische Journalisten

    Am Mittwochabend war es bei der Berichterstattung über Proteste in Portland zu einem Überfall der US-Polizei auf ein Kamera-Team des russischen TV-Senders Perwyj Kanal gekommen. Die Journalisten trugen dabei Namensschilder mit der Aufschrift „Presse“. Die beiden Reporter sowie der Sputnik-Korrespondent Artur Gabdrachmanow wurden außerdem mit Tränengas angegriffen.

    Nach Angaben des Direktors der Nachrichtenredaktion des Fernsehsenders, Kirill Klejmjonow, kamen die Reporter glimpflich davon. Die Ausrüstung sei aber unbrauchbar gemacht worden. Die Botschaft Russlands legte beim State Department Protest ein.

    Der Vorfall am Mittwoch war nicht das erste Mal, dass Journalisten unter Handlungen der Polizei leiden mussten. Am 31. Mai sprühten Beamte dem Korrespondenten der Agentur RIA Novosti, Michail Turgijew, Pfefferspray ins Gesicht, nachdem er sich als Medienschaffender ausgewiesen hatte. Turgijew beleuchtete damals die Proteste in Minneapolis.

    Auf ähnliche Weise behandelten Polizisten auch ein Team des US-Fernsehsenders Vice.

    mo/mt/sna/rtr

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