02:30 06 Dezember 2020
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    In Südkorea sind am Samstag Tausende Menschen ungeachtet eines sprunghaften Anstiegs der neuen Corona-Fälle auf die Straße gegangen, um gegen den Präsidenten Moon Jae-in zu protestieren.

    Die Proteste richteten sich unter anderem gegen Moons Immobilienpolitik und eine Reihe von Sex-Skandalen, in die Mitglieder seiner Regierung verwickelt waren. Die Demonstrationen fielen zudem mit den Feierlichkeiten zum Ende der japanischen Kolonialherrschaft 1945 zusammen.

    Nach einem rasanten Anstieg der Ansteckungsfälle versucht die südkoreanische Regierung, die Lage mithilfe von verschärften Kontaktbeschränkungen in den Griff zu bekommen. Nach Angaben der Behörden gilt ab Samstag ein Verbot von Versammlungen von mehr als 100 Personen unter freiem Himmel. Allerdings war die neue Regelung für die Demonstranten kein Hindernis.

    Zweite Corona-Welle in Sicht?

    Auf eine erste Corona-Welle hatte Südkorea mit umfassenden Tests und einer gründlichen Identifizierung von Kontaktpersonen reagiert. Doch am Freitag meldeten die Behörden den zweiten Tag in Folge einen deutlichen Anstieg positiver Tests. Die 166 neuen Fälle gehen auf mehrere Infektionsherde zurück, darunter in Gaststätten und Kirchen. Insgesamt beläuft sich die Zahl der Corona-Fälle in Südkorea damit auf gut 15.000, wobei die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus mehr als 300 Menschen beträgt.

    Ärzte-Streik trotz steigender Ansteckungsgefahr

    Am Freitag hatten südkoreanische Ärzte aus Protest gegen Seouls Reformpläne für das Gesundheitswesen die Arbeit niedergelegt. Mehr als 28.000 Menschen hatten sich an Kundgebungen in der Hauptstadt Seoul sowie in Busan, Daegu, Gwangju, Daejeon und anderen Orten beteiligt. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums des Landes wurden 31 Prozent der Kliniken am Freitag geschlossen: 10.584 von insgesamt 33.836.

    ac/mt/rtr/sna

     

     

     

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    Einschränkungen, Coronavirus, Politik, Moon Jae In, Seoul, Demonstrationen, Südkorea