17:07 18 September 2020
SNA Radio
    Аusland
    Zum Kurzlink
    6925815
    Abonnieren

    Nach Ansicht des russischen Außenministers Sergej Lawrow will der Westen Weißrussland nach seinem eigenen Modell gestalten. Dies hat Lawrow im Rahmen des Jugendforums „Territorium der Sinne“ mitgeteilt.

    Vor dem Hintergrund der Vermittlung des Westens in postsowjetischen Ländern wies der russische Außenminister auf die Ereignisse in der Ukraine im Jahr 2004 und 2014 hin.

    „Die Verhandlungsunfähigkeit unserer westlichen Partner ist die Tatsache, die wir jetzt in Kauf nehmen müssen, und auch nicht nur wir. Genau jetzt, wo der Westen versucht, Weißrussland nach eigenem Modell zu gestalten und seine Vermittlung dabei anbietet. Natürlich werden wir jede Entscheidung der weißrussischen Regierung über den Dialog mit der eigenen Bevölkerung akzeptieren, aber wenn der Westen sagt, dass ein Vermittlungsverfahren unter Teilnahme von europäischen Ländern effektiv sein wird, erinnert man sich an die Situation in der Ukraine, wo die westliche Vermittlung zur absoluten Verhandlungsunfähigkeit unserer Partner führte“, sagte Lawrow.

    Zudem äußerte Lawrow die Meinung, dass man auf die weißrussische Oppositionskandidatin Swetlana Tichanowskaja Druck ausgeübt habe, was im Endeffekt dazu geführt habe, dass sie ihre Mitteilungen öfter auf Englisch zu machen begann.

    „Blutiges Szenario“ im eigenen Land

    Zum Schluss betonte der russische Außenminister, dass die Situation in Weißrussland jetzt zur Ruhe komme, was einigen weißrussischen Oppositionellen, die sich in westlichen Ländern befinden, nicht gefalle. Laut Lawrow wollen diese ein blutiges Szenario im eigenen Land, was Russland für „verbrecherisch“ halte.

    Massenproteste in Weißrussland

    Die Massenproteste in Weißrussland hatten am 9. August  nach der Präsidentschaftswahl begonnen, bei der sich Lukaschenko zum sechsten Mal in Folge zum Wahlsieger hatte ausrufen lassen. Nach Angaben der weißrussischen Wahlbehörde kam der seit 1994 regierende Lukaschenko auf 80,1 Prozent der Stimmen. Die führende Oppositionskandidatin, Swetlana Tichanowskaja, erhielt 10,12 Prozent.

    Allerdings erkennt sie ihre Niederlage nicht an: Laut ihrem Wahlkampfteam gewann sie die Wahl mit 70 bis 80 Prozent der Stimmen. Schon spät am Wahltag gingen landesweit Tausende Menschen auf die Straße. Die Demonstrationen waren nicht von den Behörden genehmigt.

    In der Hauptstadt Minsk errichteten Demonstranten Barrikaden aus Mülltonnen. Die Miliz (Polizei in Weißrussland - Anm. d. Red.) trieb zuerst nach eigenen Angaben die Protestierenden mit Tränengas, Wasserwerfern und Blendgranaten auseinander, verzichtete aber später auf solche Methoden.

    Die Europäische Union will in Kürze Sanktionen gegen Weißrussland verhängen. Die Strafmaßnahmen würden laut EU-Ratspräsident Charles Michel die Verantwortlichen für die mutmaßliche Wahlfälschung und die Niederschlagung der Proteste im Lande betreffen.

    ac/mt/sna

     

     

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren

    Zum Thema:

    Fall Nawalny: Deutsche Eliten und „Ausdruck eines Niedergangs“ – Experte Fischer knallhart
    Fall Nawalny: Deutschland und OPCW weichen Antworten auf Russlands Fragen aus – Lawrow
    Nord Stream 2: Versorgungsschiff „Iwan Sidorenko“ kehrt nach Kaliningrad zurück
    Tags:
    Alexander Lukaschenko, Massenproteste, EU, Westen, Vermittlung, Weißrussland, Situation, Kommentar, Sergej Lawrow