09:30 30 September 2020
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    Nach den Massenprotesten in Minsk gegen Staatschef Alexander Lukaschenko ist ein Hubschrauber an seinem Präsidentenpalast gelandet. Das war auf den Aufnahmen im Telegram-Kanal Pul Perwogo am Sonntagabend zu sehen.

    Ein Video zeigte, wie Lukaschenko mit einer Kalaschnikow-Maschinenpistole in der Hand in schwarzer Montur den Hubschrauber verließ und zum Palast ging.

    Lukaschenko sei vor einer Stunde vor Ort eingetroffen, heißt es in der Nachricht. 

    Anhänger der belarussischen Opposition in Minsk zogen am Sonntagabend unter Protestrufen vor den Präsidentenpalast. Starke Sicherheitskräfte schützten die Zufahrtsstraßen zum Gebäude mit Militärfahrzeugen.

    Demonstranten versuchten, Präsidentenpalast zu erstürmen

    Die Demonstranten in Minsk versuchten am Sonntagabend, den Präsidentenpalast zu „erstürmen“, aber „der Mut hielt nicht lange an“, sie „flohen buchstäblich“, sagte Lukaschenkos Pressesprecherin Natalia Eismont.

    „Die sogenannten Demonstranten haben versucht, könnte man sagen, das Gebäude zu erstürmen“, sagte Eismont gegenüber dem TV-Sender ONT.

    Die Proteste der Opposition verliefen am Sonntag ohne Festnahmen. Die offizielle Anzahl der Teilnehmer soll am Montagmorgen bekannt gegeben werden.

    Die Pressesprecherin des weißrussischen Innenministeriums, Olga Tschemodanowa, teilte Folgendes mit:

    „In Minsk wurden keine Personen wegen Straftaten festgenommen (während der Protestaktion). Ich werde Sie morgen zusätzlich über die Lage informieren.“

    Proteste in Weißrussland

    Gleich nach den Präsidentschaftswahlen in Weißrussland am 9. August hatte die Opposition mit landesweiten Massenprotestaktionen begonnen. Die Gegner des amtierenden Staatschefs Alexander Lukaschenko, für den dieser Wahlsieg bereits der sechste in Folge war, wollen seine Wiederwahl nicht anerkennen. Nach Angaben der Zentralen Wahlkommission konnte Lukaschenko 80,1 Prozent der Wählerstimmen auf sich vereinigen. Die Opposition glaubt, dass ihre Herausforderin Swetlana Tichanowskaja die Wahl gewonnen hat. 

    In den ersten Tagen der Proteste wurden die Demos von Sicherheitskräften unterdrückt, die Tränengas, Wasserwerfer, Lärmgranaten und Gummigeschosse gegen die Demonstranten einsetzten. Später sahen die Ordnungskräfte davon ab, die Protestierenden auseinanderzutreiben und gewaltsame Methoden anzuwenden.

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    Video, Kalaschnikow-Maschinenpistole, Alexander Lukaschenko, Weißrussland