13:59 29 September 2020
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    Die russische Generalstaatsanwaltschaft hat an die deutschen Ärzte eine Anfrage gerichtet und um Informationen über die Behandlung sowie um Untersuchungsbefunde des russischen Bloggers Alexej Nawalny gebeten. Die Kopien dieser Dokumente hat das russische Nachrichtenportal RBK veröffentlicht.

    Die russische Behörde fügte ihrer Anfrage auch die Informationen des Vorprüfungsverfahrens über die Gründe für Hospitalisierung des russischen Oppositionellen hinzu. Sie fragte die deutsche Seite, wie die Behandlung des Patienten verlaufe. Und zwar sei die Generalstaatsanwaltschaft daran interessiert, ob in seinem Organismus Substanzen aus der Wirkstoffgruppe der Cholinesterase-Hemmer entdeckt wurden.

    Die Behörde bat die Berliner Uniklinik Charité auch darum, ihr die Ergebnisse der forensischen medizinischen Untersuchung zur Spektralanalyse von narkotischen, psychotropen und giftigen Substanzen, einschließlich Schwermetallen, die sich potenziell im Nawalnys Körper befinden können, zu übermitteln. Zudem fragte die russische Generalstaatsanwaltschaft die deutschen Ärzte danach, ob der Patient chronische Krankheiten habe.

    Hintergrund

    Alexej Nawalny, ein bekannter Kremlkritiker und Blogger, befindet sich weiterhin im künstlichen Koma. Sein Zustand wird als schwer bezeichnet, es besteht jedoch keine akute Lebensgefahr.

    Der Blogger war am 20. August von Tomsk nach Moskau unterwegs. Während des Fluges soll er sich plötzlich sehr schlecht gefühlt haben, woraufhin das Flugzeug umgehend in der Stadt Omsk notgelandet ist. Nawalny soll noch an Bord das Bewusstsein verloren haben.

    Das Umfeld von Nawalny geht von einer Vergiftung aus. Der stellvertretende Leiter des Omsker Krankenhauses, Anatoli Kalinitschenko, teilte mit, dass in Nawalnys Blut und Urin kein Gift oder Spuren davon entdeckt worden seien. Die Omsker Ärzte gaben als vorläufige Diagnose eine Stoffwechselstörung an. Diese soll ein drastisches Absinken des Blutzuckerspiegels verursacht haben.

    Am 22. August wurde Nawalny per Flugzeug in die Berliner Charité überführt. Wie es am vorigen Montag in der Charité hieß, soll es Anzeichen für eine Vergiftung mit einer Substanz aus der Wirkstoffgruppe der Cholinesterase-Hemmer geben. Da noch kein genauer Befund vorliege, werde eine weitere umfassende Analyse vorgenommen. Es wurde mitgeteilt, dass Nawalny mit Atropin behandelt werde.

    ac/mt/sna

     

     

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    Tags:
    Deutschland, Anfrage, Russland, Staatsanwaltschaft, Proben, Blut, Alexej Nawalny