06:38 03 Dezember 2020
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    Fall Nawalny: Streit um Vergiftung des Kreml-Kritikers (125)
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    Russland ist zur allseitigen Zusammenarbeit mit Deutschland bezüglich der Situation um den russischen Blogger Alexej Nawalny bereit. Allerdings weist der Kreml darauf hin, dass Berlin bislang keine Antwort auf offizielle Anfragen gegeben habe.

    „Im Allgemeinen bestätigen wir unsere Bereitschaft zur allseitigen Zusammenarbeit und zum Austausch von Daten in Bezug auf dieses Thema“, sagte der Kreml-Sprecher Dmitri Peskow.

    Ferner teilte Peskow mit, dass der Kreml im Moment nicht in der Lage sei, fachgemäß auf Mitteilungen deutscher Ärzte zu reagieren.

    „Bevor der Patient nach Deutschland transportiert wurde, hatten unsere Ärzte ihn gemäß allen internationalen Standards untersucht. Dabei wurden aber keine Giftstoffe in seinem Blut entdeckt“, sagte Peskow.

    Der Kreml-Sprecher wies auch darauf hin, dass die russische Generalstaatsanwaltschaft an die deutschen Ärzte vor kurzem eine Anfrage gerichtet und um Informationen über die Behandlung sowie um Untersuchungsbefunde von Nawalny gebeten hatte. Allerdings sei diese Anfrage unbeantwortet geblieben, so Peskow.

    Auch das russische Außenministerium rief die deutschen Kollegen zur vollständigen Zusammenarbeit und dem Austausch aller Informationen in Bezug auf den Fall von Nawalny auf.

    „Es gibt den Eindruck, dass irgendjemand dem Bundesjustizministerium und den Ärzten verbietet, mit der russischen Seite zu kommunizieren“, hieß es in der Mitteilung des russischen Außenministeriums.

    Nawalny angeblich mit Nervenkampfstoff vergiftet

    Früher am Mittwoch teilte Regierungssprecher Steffen Seibert mit, dass ein Spezial-Labor der Bundeswehr „zweifelsfrei” einen Kampfstoff der Nowitschok-Gruppe bei Nawalny nachgewiesen habe.

    Eine toxikologische Untersuchung von Nawalny sei in einem Spezial-Labor der Bundeswehr durchgeführt worden. Über die Ergebnisse wird die Bundesregierung den russischen Botschafter sowie Partner in der EU und Nato informieren und auch Kontakt mit der Organisation für das Verbot chemischer Waffen aufnehmen. Die Schritte seien am heutigen Mittag während einer Sitzung der Kanzlerin mit mehreren Bundesministern abgestimmt worden.

    Fall Nawalny

    Der russische Blogger Alexej Nawalny war am 20. August von Tomsk nach Moskau unterwegs. Während des Fluges soll er sich plötzlich sehr schlecht gefühlt haben, woraufhin das Flugzeug umgehend in der Stadt Omsk notgelandet war. Nawalny soll noch an Bord das Bewusstsein verloren haben. Sein Umfeld vermutete ab sofort eine Vergiftung, doch die Ärzte in Omsk stellten nur eine Stoffwechselstörung fest, keine Spuren von Gift wurden in Blut oder Urin gefunden.

    Mit Hilfe von der Organisation „Cinema for Peace” wurde Nawalny in die Berliner Charité-Klinik überführt, sobald ihn die russischen Ärzte für transportfähig erklärt hatten. Dort befindet er sich weiterhin in einem künstlichen Koma. Die Berliner Ärzte sprachen daraufhin von Beweisen für eine Vergiftung mit Cholinesterase-Hemmern – einer breiten Gruppe von Stoffen, zu der sowohl verschiedene Arzneimittel als auch mehrere Kampfstoffe – darunter die der Nowitschok-Reihe – gehören.

    ac/mt/sna

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    Deutschland, Beweise, Dmitri Peskow, Kreml, Russland, "Nowitschok", Vergiftung, Alexej Nawalny