08:35 30 September 2020
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    Gleb German, der Vertreter des Präsidiumsmitglieds des Koordinierungsrates der weißrussischen Opposition Maria Kolesnikowa, hat gegenüber Sputnik Details über deren Verschwinden am Montag bekanntgegeben.

    Zu Kolesnikowas vermutlicher Festnahme kam es laut German um 10.02 Uhr Ortszeit (9.02 MESZ). Wo sich die Aktivistin derzeit befinde, sei bisher unklar.

    Ein Dashcam-Video sei aufgetaucht, das vermutlich den Vorfall zeigt. Darauf seien Unbekannte zu sehen, die einen Menschen – angeblich Kolesnikowa – in einen Kleinbus bringen. Dies sei neben dem Nationalen Kunstmuseum im Zentrum der Hauptstadt Minsk geschehen.

    Das Verschwinden weiterer Aktivisten

    German zufolge lebt die Oppositionelle im Zentrum der Stadt. Der Exekutivsekretär Iwan Krawzow und der Pressesprecher des Koordinierungsrates, Anton Rodnenkow, seien möglicherweise später festgenommen worden, als sie zu Kolesnikowas Haus gekommen seien, um ihr Schicksal aufzuklären.

    Der Aufenthaltsort der drei Aktivisten bleibe unbekannt. Im Messenger Telegram war Kolesnikowa letztes Mal um 9.58 Uhr aktiv. Krawzow und Rodnenkow waren dort im Laufe des Tages aktiv. Anrufe von Sputnik-Korrespondenten blieben jedoch unbeantwortet.

    Massenproteste in Weißrussland

    Die Massenproteste in Weißrussland hatten am 9. August nach der Präsidentschaftswahl begonnen, bei der sich Alexander Lukaschenko zum sechsten Mal in Folge zum Wahlsieger hatte ausrufen lassen. Nach Angaben der weißrussischen Wahlbehörde kam der seit 1994 regierende Lukaschenko auf 80,1 Prozent der Stimmen. Die führende Oppositionskandidatin Swetlana Tichanowskaja erhielt 10,12 Prozent.

    Allerdings erkannte sie ihre Niederlage nicht an: Laut ihrem Wahlkampfteam gewann sie die Wahl mit 70 bis 80 Prozent der Stimmen. Schon spät am Wahltag gingen landesweit Tausende Menschen auf die Straße. Die Demonstrationen waren nicht von den Behörden genehmigt.

    In Minsk errichteten Demonstranten Barrikaden aus Mülltonnen. Die Miliz (Polizei in Weißrussland – Anm. d. Red.) trieb zuerst nach eigenen Angaben die Protestierenden mit Tränengas, Wasserwerfern und Blendgranaten auseinander, verzichtete aber später auf solche Methoden.

    Baltische Länder verhängen Einreiseverbot für Lukaschenko

    Am 31. August hat Lettland die Einreise für 30 Bürger Weißrusslands verboten, darunter für den Präsidenten Alexander Lukaschenko und für Angehörige seiner Administration. Laut dem Außenminister Edgars Rinkevics seien diese Personen für Betrug bei den Präsidentenwahlen und für Gewalt gegen „friedliche Demonstranten“ in Weißrussland verantwortlich. Auch Estland hat ein fünfjähriges Einreiseverbot für Lukaschenko und einige Beamte verhängt. Denselben Schritt unternahm auch Litauen.

    mo/mt/sna

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