23:08 27 September 2020
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    Der US-Präsident Donald Trump wird nach eigenen Angaben den Stopp des Nord Stream 2-Projekts wegen der Situation um den russischen Regierungskritiker Alexej Nawalny unterstützen.

    „Natürlich. Ich habe das unterstützt. Ich war der Erste, der so etwas vorgeschlagen hatte“, antwortete Trump auf eine diesbezügliche Frage der Journalisten.

    Am vergangenen Samstag hatte das amerikanische Staatsoberhaupt mitgeteilt, dass er keine Beweise für die mögliche Mitwirkung Russlands an der „Vergiftung“ von Alexej Nawalny habe, allerdings werde er „sehr verärgert“ sein, falls man dies bestätige.

    Die Situation um Nord Stream 2 wird durch den Vorfall mit Nawalny verkompliziert, nachdem einige deutsche Politiker gegen die Initiative aufgetreten sind. Dabei gilt Deutschland weiter als Anhänger des Gaspipeline-Projekts.

    Nach Angaben des Regierungssprechers Steffen Seibert schließt die Bundeskanzlerin Angela Merkel nicht mehr aus, dass die Ostsee-Gaspipeline Nord Stream 2 von möglichen Sanktionen gegen Russland betroffen sein könnte. Wie Seibert am Montag in Berlin mit Blick auf mögliche EU-Reaktionen auf den angeblichen Giftanschlag auf Alexej Nawalny sagte, schließe sich die Bundeskanzlerin den Äußerungen des Außenministers Heiko Maas an, der forderte, der Kreml solle bei der Aufklärung des Falls mitwirken.  

    Zugleich erinnerte Seibert daran, dass die Bundeskanzlerin ständig gesagt habe, die beiden Themen müssten abgekoppelt bleiben.

    Fall Nawalny

    Alexej Nawalny hatte am 20. August auf einem Flug von Tomsk nach Moskau das Bewusstsein verloren, woraufhin das Flugzeug unverzüglich in Omsk landete und er in ein Omsker Krankenhaus gebracht und dort in ein küstliches Koma versetzt wurde. Sobald ihn die Omsker Ärzte als transportfähig erklärt hatten, wurde Nawalny auf Drängen seiner Familie in die Berliner Charité verlegt.

    Die Bundesregierung hatte am 2. September nach Untersuchungen eines Spezial-Labors der Bundeswehr mitgeteilt, sie sehe es als zweifelsfrei erwiesen an, dass Nawalny mit einem chemischen Nervenkampfstoff der Nowitschok-Reihe vergiftet worden sei.

    Die Behauptung der Bundesregierung steht im Widerspruch zu den Befunden der russischen Ärzte, die Nawalny zunächst im Omsker Krankenhaus behandelt hatten. Die Omsker Ärzte gaben als vorläufige Diagnose eine Stoffwechselstörung an. Diese soll ein drastisches Absinken des Blutzuckerspiegels verursacht haben. Laut dem leitenden Toxikologen Sibiriens, Alexander Sabaew, wurden in Nawalnys „Entgiftungsorganen“ (Leber, Lungen, Nieren) keine Giftstoffe entdeckt. Im Falle einer Vergiftung jedoch müssten in den genannten Organen Giftspuren festzustellen sein.

    Nord Stream 2

    Das Nord Stream 2-Projekt umfasst den Bau von zwei Strängen einer Gaspipeline mit einer Gesamtkapazität von 55 Milliarden Kubikmetern pro Jahr von der russischen Küste durch die Ostsee bis nach Deutschland.

    Die Leitung verläuft in Territorialgewässern von Russland, Finnland, Schweden, Dänemark und Deutschland und kostet rund zehn Milliarden Euro. Die Behörden in Schweden hatten dem Projekt 2018 ihre Zustimmung gegeben. Sie wird je zur Hälfte vom russischen Energieriesen Gazprom und den fünf europäischen Unternehmen OMV, Wintershall Dea, Engie, Uniper und Shell finanziert.

    ac/mt/sna

     

     

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    Tags:
    Zustand, Verbesserung, Vergiftung, Beweise, Alexej Nawalny, Situation, Stopp, Nord Stream 2, Donald Trump