06:55 03 Dezember 2020
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    Dem weißrussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko zufolge wird Weißrussland ohne ihn „in Scherben gehen“. Dies sagte Lukaschenko im Interview mit russischen Journalisten in Minsk.

    Während des Interviews mit den russischen Journalisten, das heute im Palast der Unabhängigkeit in Minsk stattfand, wurde Lukaschenko danach gefragt, was für ihn das Wichtigste in seinem Leben nach den letzten Ereignissen im Lande sei.

    „Ehrlich gesagt, ich weiß es nicht. Das ist schwer zu sagen. Meine Kinder und die Kinder jener Menschen, die bei mir sind. Was mich in dieser Situation ermuntert, ihr wisst was ich hier meine, ist die Tatsache, dass, falls jetzt Lukaschenko zusammenbricht, das ganze System in Scherben gehen wird, und auch Weißrussland. Ich glaube, dass das Land dann nach hinten 'abrollen' würde“, antwortete Lukaschenko.

    Im Zuge des Interviews gab Lukaschenko auch zu, dass ihm die Proteste einerseits „psychologisch schwergefallen“ seien, andererseits verstehe er, dass ein Teil der Bürger vergessen habe, wie Weißrussland vor 20 Jahren ausgesehen habe.

    Massenproteste in Weißrussland

    Die Massenproteste in Weißrussland hatten am 9. August gleich nach der Präsidentschaftswahl begonnen, bei der sich Lukaschenko zum sechsten Mal in Folge zum Wahlsieger hatte ausrufen lassen. Nach Angaben der weißrussischen Wahlbehörde kam der seit 1994 regierende Lukaschenko auf 80,1 Prozent der Stimmen. Die führende Oppositionskandidatin Swetlana Tichanowskaja erhielt 10,12 Prozent.

    Allerdings erkennt sie ihre Niederlage nicht an: Laut ihrem Wahlkampfteam gewann sie die Wahl mit 70 bis 80 Prozent der Stimmen. Schon spät am Wahltag gingen landesweit Tausende Menschen auf die Straße. Die Demonstrationen waren nicht von den Behörden genehmigt.

    In der Hauptstadt Minsk errichteten Demonstranten Barrikaden aus Mülltonnen. Die Miliz (Polizei in Weißrussland - Anm. d. Red.) trieb zuerst nach eigenen Angaben die Protestierenden mit Tränengas, Wasserwerfern und Blendgranaten auseinander, verzichtete aber später auf solche Methoden.

    Baltische Länder verhängen Einreiseverbot für Lukaschenko

    Am 31. August hat Lettland die Einreise für 30 Bürger Weißrusslands verboten, darunter für den Präsidenten Alexander Lukaschenko und für Angehörige seiner Administration. Laut dem Außenminister Edgars Rinkevics seien diese Personen für Betrug bei den Präsidentenwahlen und für Gewalt gegen „friedliche Demonstranten“ in Weißrussland verantwortlich. Auch Estland hat ein fünfjähriges Einreiseverbot für Lukaschenko und einige Beamte verhängt. Denselben Schritt unternahm auch Litauen.

    ac/mt/sna

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    Tags:
    Zusammenbruch, Weißrussland, Massenproteste, Russland, Journalisten, Interview, Alexander Lukaschenko